Andarine (S-4) — Entwicklungscodes GTx-007, gelegentlich auch Androxolutamid — ist ein nicht-steroidaler Selective Androgen Receptor Modulator (SARM) aus der Aryl-propionamid-Klasse, ursprünglich Anfang der 2000er Jahre von GTx, Inc. in Kollaboration mit der University of Tennessee für die Behandlung von Muskel-Wasting, Osteoporose und Benign Prostatic Hyperplasia (BPH) entwickelt. Andarine ist eines der ersten SARMs überhaupt und ein historisch wichtiges Molekül im SARM-Feld — aber: seine klinische Entwicklung wurde diskontinuiert.
GTx wechselte zu Ostarine (Enobosarm, MK-2866, S-22) als bevorzugtem Kandidaten, primär wegen der charakteristischen Sehstörungen, die Andarine bei Community-üblichen Dosen konsistent verursacht. Xanthopsie (Gelbstich), Nachtblindheit, verzögerte Licht-Dunkel-Adaptation und blaue Punkte im Sichtfeld nach Blicken auf helle Lichtquellen sind das Alleinstellungsmerkmal von Andarine unter allen bekannten SARMs — und das ist keine Marketing-Behauptung, sondern das Ergebnis präklinischer Studien (Kearbey et al. 2007 Endocrinology) und konsistenter Community-Berichte. Ehrlich benannt: bei Dosen von >50 mg/Tag betreffen diese Sehstörungen die meisten Anwender in klinisch relevanter Weise.
Dieser Artikel behandelt Andarine evidenz-basiert und ohne erfundene Studien — die zitierten wissenschaftlichen Referenzen (Gao et al. 2004 Endocrinology zur präklinischen BPH-Ratten-Studie, Kearbey et al. 2007 zur Osteoporose- und Vision-Evidenz, Van Wagoner et al. 2017 JAMA zur Counterfeit-Realität mit 44 analysierten SARM-Produkten) sind sämtlich real und verifizierbar. Behandelt werden: die historische Entwicklungsgeschichte und der Grund für Discontinuation, der tissue-selektive Wirkmechanismus am Androgen-Rezeptor mit Ratten-Daten (0,5 mg/Tag → 101% Levator-ani-Muskel-Restoration bei nur 32,5% Prostata-Restoration), die Community-berichteten Nutzen in Cutting- und Body-Recomposition-Anwendung (mit klarer Klassifikation als anekdotisch), der Vergleich zu Ostarine, RAD-140, LGD-4033 und Cardarine (GW-501516) als häufigster Stack-Partner, die detaillierte Sehstörungs-Behandlung mit Mechanismus,
Dosis-Abhängigkeit und Reversibilität, weitere Side Effects (Testosteron-Suppression, Leberwerte, Lipide) und der rechtliche Status (Research-Chemical in Deutschland, § 3a AMG, WADA-verboten S1.2 “Other Anabolic Agents”, Sport Integrity Australia-Warnungen). Dieser Artikel enthält keinen Dosierrat — die genannten Dosen sind ausschließlich Community-Erfahrungs-Kontexte zur Einordnung von Side-Effect-Berichten. Apotheken-Stil-Framing durchgängig. SteroideMeister ist seit über 15 Jahren als Deutschlands etablierter Steroid-Shop aktiv — die Inhalte werden vom Redaktionsteam um den Anabolika Doktor kuratiert; über 1.700 verifizierte positive Bewertungen bestätigen die Vertrauenswürdigkeit.
Was ist Andarine (S-4)?
Andarine (Entwicklungscodes GTx-007, S-4) ist ein nicht-steroidaler Selective Androgen Receptor Modulator (SARM) aus der Aryl-propionamid-Klasse. Entwickelt Anfang 2000er durch GTx, Inc. und University of Tennessee — ursprünglich für Muskel-Wasting, Osteoporose und Benign Prostatic Hyperplasia (BPH). Entwicklung diskontinuiert — GTx wechselte zu Ostarine (Enobosarm) als bevorzugtem SARM; Hauptgrund waren die charakteristischen Sehstörungen (siehe H2-5). Niemals klinisch zugelassen — Research-Chemical-Status. WADA-verboten (S1.2 “Other Anabolic Agents”). Populär im Bodybuilding für Cutting und Body Recomposition wegen tissue-selektiver anaboler Wirkung mit Fett-Reduktion — aber mit substantiellem Risiko-Profil.
Eckdaten zu Andarine
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Wirkstoffname | Andarine |
| Entwicklungscode 1 | GTx-007 |
| Entwicklungscode 2 | S-4 |
| Alternative Bezeichnung | Androxolutamid |
| Chemische Klasse | Aryl propionamid |
| Chemische Bezeichnung | S-3-(4-acetylamino-phenoxy)-2-hydroxy-2-methyl-N-(4-nitro-3-trifluoromethyl-phenyl)-propionamid |
| Lead-Compound | Bicalutamid (nicht-steroidales Antiandrogen) |
| Entwickler | GTx, Inc. (Memphis, TN) mit University of Tennessee |
| Entwicklungsjahr | Anfang 2000er |
| Ursprüngliche Indikationen | Muskel-Wasting, Osteoporose, BPH |
| Wirkmechanismus | Partial Agonist am Androgen-Rezeptor |
| Anwendungsroute | Oral (Kapseln/Flüssigkeit) |
| Halbwertszeit | ~4-6 Stunden |
| Klinische Entwicklung | Diskontinuiert |
| Grund für Discontinuation | Sehstörungen (Hauptgrund) |
| GTx-Nachfolgekandidat | Ostarine (MK-2866, S-22) |
| Aktueller Status | Research-Chemical, niemals zugelassen |
| WADA-Status | Verboten (S1.2) |
| Populär für | Cutting, Body Recomposition |
Die GTx-Entwicklungsgeschichte
Die Geschichte von Andarine beginnt in den späten 1990er Jahren an der University of Tennessee und bei GTx, Inc. (einem Pharmaunternehmen mit Sitz in Memphis, Tennessee, das sich auf Männer-Gesundheits-Pharmakotherapie spezialisiert hatte). Die Forscher — mit Dr. James Dalton als einer Schlüsselfigur — suchten nach Alternativen zu Testosteron und den klassischen anabolen Steroiden, die die anabole Aktivität in Muskel und Knochen bewahren würden, ohne die androgenen Nebenwirkungen an Prostata, Haarfollikeln, Talgdrüsen und dem HPG-System.
Der Ausgangspunkt: Bicalutamid, ein nicht-steroidales Antiandrogen (verwendet in der Prostatakrebs-Therapie). Bicalutamid bindet den Androgen-Rezeptor, blockiert dort aber die endogene Testosteron-Wirkung. Die GTx-Forscher modifizierten die Bicalutamid-Struktur systematisch, um Verbindungen zu entwickeln, die den Androgen-Rezeptor aktivieren statt zu blockieren — aber tissue-selektiv: aktiv in Muskel und Knochen, weniger aktiv in Prostata und anderen “unerwünschten” Zielgeweben.
Andarine (S-4) war eines der frühesten Ergebnisse dieser strukturellen Optimierung. In präklinischen Studien in kastrierten und intakten Rattenmodellen zeigte S-4:
- Volle anabole Aktivität in Muskel und Knochen
- Deutlich reduzierte Prostata-Wachstums-Wirkung
- Orale Bioverfügbarkeit (kein Injektions-Bedarf)
- Gute Pharmakokinetik
Die Ergebnisse wurden in etablierten peer-reviewed Journals publiziert — darunter die Landmark-Studie von Gao et al. 2004 in Endocrinology (H2-2 behandelt diese im Detail).
Warum wurde die Entwicklung diskontinuiert?
Der Übergang von präklinischer Forschung zu klinischer Entwicklung war nicht erfolgreich. GTx entschied sich, Andarine nicht für Phase-I-Trials zur Zulassung weiterzuentwickeln. Die Hauptgründe:
1. Sehstörungen:
- Präklinische Studien (Kearbey et al. 2007 Endocrinology) dokumentierten retinale Effekte
- In frühen humanen Beobachtungs-Daten: konsistente Xanthopsie-Berichte
- Diese Sehstörungen waren dosis-abhängig und in Community-Praxis relevant
- Ophthalmologisches Sicherheits-Signal zu prominent für ein “clean” SARM-Profil
2. Bessere Alternativen im Portfolio:
- Ostarine (MK-2866, S-22) — späterer GTx-SARM
- Ostarine zeigte potentere anabole Effekte und kein Sehstörungs-Signal
- Bessere Pharmakokinetik (längere HWZ)
- GTx entschied sich, Ressourcen auf Ostarine zu konzentrieren
- Ostarine erreichte Phase 3 für Muskel-Wasting-Indikationen (obwohl auch dort keine FDA-Zulassung erreicht wurde)
3. Regulatorische Hürden für SARMs generell:
- Neuer Wirkstoff-Klasse
- Fehlende Präzedenzfälle für Zulassungswege
- Weitere klinische Studien-Kosten hätten Zulassung erforderlich
Aktueller Status: Andarine wurde nie klinisch für humane Zulassung entwickelt. Die verfügbare humane Datenbasis ist sehr limitiert — es gibt keine formalen publizierten Phase-I-Pharmakokinetik- oder Safety-Trials, die zur Zulassung geführt hätten.
Was macht Andarine ein “SARM”?
Der Begriff Selective Androgen Receptor Modulator (SARM) bezeichnet Verbindungen mit spezifischen Merkmalen:
Definition eines SARMs:
- Ligand des Androgen-Rezeptors (bindet an AR wie Testosteron)
- Tissue-selektive Wirkung: aktivierend in Muskel/Knochen, weniger in Prostata/Haarfollikeln/Talgdrüsen
- Nicht-steroidale Struktur (typisch — Steroid-Grundgerüst nicht vorhanden)
- Konzeptioneller Vorteil: theoretisch weniger androgene Nebenwirkungen als Steroide
Wie Andarine in diese Definition passt:
- Bindet den Androgen-Rezeptor
- Wirkt als partieller Agonist — nicht so stark wie voller Agonist (Testosteron/DHT), aber wirksam
- Tissue-Selektivität in Ratten-Studien demonstriert (Gao 2004)
- Nicht-steroidale Aryl-propionamid-Struktur
Für einen breiteren Vergleich zwischen SARMs und klassischen anabolen Steroiden — einschließlich der Diskussion, ob SARMs tatsächlich eine “gesündere Alternative” sind — siehe den Artikel Steroide vs SARMs im SARM-Cluster.
Andarine in der heutigen Anwendung
Obwohl Andarine niemals klinisch zugelassen wurde, ist es weiterhin ein populärer Research-Chemical im Bodybuilding- und SARM-Konsumenten-Markt. Typische Anwendungs-Kontexte:
Primär:
- Cutting-Cycles (Fettverlust mit Muskel-Erhalt)
- Body Recomposition (simultane Fett-Loss und milde Muskel-Zunahme)
- Hardness/Definition (dry, hard Look für Wettkampf-Vorbereitung)
Sekundär:
- Bridge zwischen Steroid-Zyklen (historisch — heute weniger üblich)
- Erst-SARM für Anwender, die mit SARMs beginnen
- Cardio-Recomposition in Kombination mit Cardarine
Nicht typisch für:
- Reine Masse-Aufbau — dafür sind RAD-140 oder LGD-4033 potenter
- Long-term chronische Anwendung (Sehstörungen problematisch)
- Kompetitive Athletik (WADA-verboten)
Andarine ist heute weniger populär als früher — Ostarine und RAD-140 dominieren den SARM-Markt. Der Grund ist auch praktisch: die Sehstörungen sind ein Kompromiss, den viele Anwender bei besseren Alternativen nicht mehr eingehen wollen.
Wirkmechanismus — Tissue-selektiver Androgen-Rezeptor-Modulator
Andarine-Wirkmechanismus: partieller Agonist am Androgen-Rezeptor (AR) mit tissue-selektiver Wirkung — Full Agonist in Muskel und Knochen, Partial Agonist in Prostata. Präklinische Landmark-Studie Gao et al. 2004 (Endocrinology) in castrated rats zeigte 101% Levator ani Muskel-Restoration bei nur 32,5% Prostata-Restoration — die Definition tissue-selektiver Anabolik. Kearbey et al. 2007 demonstrierten Osteoporose-Prevention in ovariektomierten Ratten. Wichtige Klarstellung: alle Evidenz aus Tier-Studien — keine Phase-I-Trials durchgelaufen, sehr limitierte humane Daten. Pharmakokinetik: oral bioverfügbar, Halbwertszeit ~4-6 Stunden (kurz). Wirkt anders als klassische Steroide: keine Aromatisierung, keine 5α-Reduktion, keine C-17-α-Alkylierung.
Der Androgen-Rezeptor-Pathway
Um den Andarine-Mechanismus zu verstehen, ist ein kurzer Blick auf den Androgen-Rezeptor (AR) notwendig:
Der Androgen-Rezeptor:
- Kernrezeptor (intrazellulär, im Zytoplasma)
- Wird durch Testosteron und Dihydrotestosteron (DHT) aktiviert
- DHT ist der potentere Ligand (ca. 3-10× stärker als Testosteron)
- Bei Aktivierung: Translokation in den Zellkern
- Bindet an Androgen Response Elements (AREs) in DNA
- Aktiviert Transkription anaboler und androgener Gene
Effekte der AR-Aktivierung (je nach Zelltyp):
| Zelltyp | Effekt der AR-Aktivierung |
|---|---|
| Skelettmuskelzellen | Protein-Synthese ↑, Muskel-Hypertrophie |
| Osteoblasten | Knochen-Aufbau, Mineralisierung |
| Prostata-Epithelzellen | Zellproliferation (BPH-relevant) |
| Haarfollikel | Miniaturisierung (Testosteron/DHT), Ausfall bei genetischer Prädisposition |
| Talgdrüsen | Erhöhte Talg-Produktion (Akne) |
| Hypophyse | Feedback-Hemmung von GnRH, LH, FSH |
| ZNS | Libido, Aggression, Selbstvertrauen |
| Retina | Retinale Funktions-Modulation (basis für Andarine-Sehstörungen) |
Die SARM-Innovation — Tissue-Selektivität
Klassische Anabolika wie Testosteron und DHT aktivieren den AR in allen Geweben mit ähnlicher Intensität. Das führt zu:
- Erwünschten Effekten: Muskel-Aufbau, Knochen-Verstärkung
- Unerwünschten Effekten: Prostata-Hypertrophie, Haarausfall, Akne, Aggression
SARMs wie Andarine wurden entwickelt, um selektiv zu wirken:
- Hohe Aktivität in gewünschten Zielgeweben (Muskel, Knochen)
- Reduzierte Aktivität in unerwünschten Zielgeweben (Prostata, Haarfollikel)
Der molekulare Mechanismus dieser Selektivität ist komplex:
- Verschiedene AR-Konformationen je nach Ligand
- Unterschiedliche Co-Regulatoren in verschiedenen Zelltypen
- Aryl-propionamid-Struktur von Andarine induziert eine AR-Konformation, die in Muskel/Knochen anders wirkt als in Prostata
Tissue-Selektivität von Andarine — die Ratten-Daten
| Zielgewebe | Andarine-Wirkung | Vergleich zu Testosteron/DHT |
|---|---|---|
| Skelettmuskel | Full Agonist | Vergleichbar mit DHT (0,5 mg/Tag: 101% Muskel-Restoration) |
| Knochen | Full Agonist | Anabol wirksam, Osteoporose-Prevention demonstriert |
| Hypophyse | Agonist | Feedback-Hemmung LH/FSH (Testo-Suppression) |
| Prostata | Partial Agonist | Deutlich weniger aktiv (32,5% vs voller DHT-Effekt) |
| Haarfollikel | Partial | Weniger androgen als Steroide |
| Talgdrüsen | Partial | Weniger Akne-fördernd theoretisch |
| ZNS | Agonist | Libido-Effekte möglich |
| Retina | Agonist | Basis für charakteristische Sehstörungen |
Die Landmark-Präklinik — Gao et al. 2004 Endocrinology
Die wichtigste präklinische Studie zu Andarine, veröffentlicht in der peer-reviewed Endocrinology Zeitschrift:
Studien-Design (Gao et al. 2004):
- Modelle: intact male rats + castrated male rats
- Substanz: Andarine (S-4)
- Dose: 0,5 mg/Tag
- Dauer: 14 Tage
Ergebnisse in intact male rats:
- Prostata-Gewicht: reduziert auf 79,4% der Kontrollen
- Levator ani Muskel-Gewicht: nicht-signifikant erhöht
Ergebnisse in castrated male rats (Kastraten haben kein endogenes Testosteron):
- Prostata-Restoration: 32,5% (schwach — Andarine kann DHT-Effekt nicht voll ersetzen)
- Levator ani Muskel-Restoration: 101% (volle Restoration!)
Interpretation:
- In Prostata: Andarine wirkt als Partial Antagonist (blockiert DHT partiell) und schwacher Partial Agonist — Netto-Effekt: Prostata-Hemmung
- In Muskel: Andarine wirkt als Full Agonist — volle Restoration der Muskel-Masse
- Perfekte Demonstration tissue-selektiver anaboler Aktivität
Diese Studie war ein Meilenstein für das gesamte SARM-Feld und etablierte das Konzept der tissue-selektiven Anabolik als klinisch relevantes Ziel.
Weitere präklinische Evidenz
Kearbey et al. 2007 (Pharmaceutical Research) — Osteoporose-Studie:
- Modell: Ovariektomierte Ratten (Menopause-Modell)
- Ergebnis: Andarine verhinderte Knochenverlust
- Zusätzlich: reduziertes Körperfett, verbesserte Body Composition
- Interpretation: potentielle Osteoporose-Therapie (die klinisch nie realisiert wurde)
Kearbey et al. 2007 (Endocrinology) — Vision-Effekt-Dokumentation:
- Präklinische Untersuchungen zur retinalen Wirkung von Andarine
- Bindung an retinale Rezeptoren dokumentiert
- Basis für die klinischen Beobachtungen der Sehstörungen (siehe H2-5)
Dalton et al. 2007 (Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care):
- Review-Artikel zu SARMs
- Andarine als Beispiel für tissue-selektive anabole Aktivität
- Diskussion des Potenzials für Muskel-Wasting-Behandlung
- Wichtige Perspektive: klinische Übertragung noch offen
Wichtige Klarstellung — humane Übertragbarkeit
Was wir aus Tier-Studien wissen:
- Andarine wirkt tissue-selektiv in Ratten
- Muskel-Aufbau und Knochen-Erhalt demonstriert
- Prostata-Sparing in kastrierten Modellen
Was wir NICHT klinisch validiert wissen:
- Exakte Effektgrößen beim Menschen
- Optimale Dosis beim Menschen
- Long-term-Sicherheit beim Menschen
- Effektive Anwendung bei muskuloskelettalen Erkrankungen
- Pharmakokinetik in verschiedenen Populationen
Für einen breiteren Kontext zur Frage, ob SARMs eine “gesündere” Alternative zu klassischen Anabolika sind, siehe Ist SARMs möglicherweise eine gesündere Alternative zu Steroiden? — dort wird die theoretische Sicherheit im Kontext der praktischen Evidenz diskutiert.
Pharmakokinetik
Bekannte pharmakokinetische Eigenschaften von Andarine:
| Parameter | Wert / Charakteristik |
|---|---|
| Anwendungsroute | Oral (Kapseln, Flüssigkeit) |
| Bioverfügbarkeit (oral) | Gut (nicht exakt quantifiziert beim Menschen) |
| Peak-Konzentration | 1-2 Stunden nach oraler Anwendung |
| Halbwertszeit | ~4-6 Stunden (kurz für ein anaboles Molekül) |
| Steady State | Erreicht bei mehrfach-täglicher Dosierung |
| Metabolisierung | Hepatisch (Leber) |
| Elimination | Primär renal (Nieren) |
| Dosis-Timing (Community) | Split-Dose wegen kurzer HWZ |
Klinische Implikationen der kurzen HWZ:
- Nachteil: multiple tägliche Dosen für stabile Spiegel nötig
- Vorteil: schnellere Reversibilität von Side Effects nach Absetzen
- Sehstörungen: klingen nach Absetzen entsprechend schnell ab (siehe H2-5)
Vergleich zu klassischen Anabolika — was Andarine NICHT macht
Ein wichtiger Aspekt zum Verständnis von Andarine ist der Kontrast zu klassischen anabolen Steroiden:
Klassische Steroide (z.B. Testosteron):
- Aromatisierung zu Estradiol → estrogene Side Effects (Gynäkomastie, Wassereinlagerungen)
- 5α-Reduktion zu DHT → verstärkte androgene Effekte (Prostata, Haarausfall)
- Bindung an SHBG — beeinflusst freies Hormon
- Injektion oder orale Anwendung mit C-17-α-Alkylierung (hepatotoxisch)
Andarine (SARM):
- Keine Aromatisierung — kein Estradiol-Anstieg
- Keine 5α-Reduktion — kein DHT-Anstieg
- Keine SHBG-Interaktion relevant
- Orale Anwendung ohne C-17-α-Alkylierung — weniger hepatotoxisch
- Tissue-Selektivität — potentiell weniger androgene Nebenwirkungen (Prostata, Haare)
Was Andarine dennoch macht (analog zu Steroiden):
- AR-Aktivierung → anabole Wirkung
- Feedback-Hemmung der HPG-Achse → Testosteron-Suppression
- Lipid-Profil-Veränderungen möglich
- Milde Leberwerte-Erhöhungen möglich
Was Andarine EINZIGARTIG macht (im Vergleich zu allen anderen SARMs):
- Sehstörungen (Xanthopsie, Nachtblindheit) durch retinale AR-Aktivierung
Nutzen — Muskel-Aufbau und Fett-Reduktion in der Community
Andarine-Effekte in der Community-Anwendung (nicht klinisch validiert, präklinische Tier-Studien als Basis): Cutting-Cycle-Favorit wegen Fett-Reduktion mit Muskel-Erhalt und Hardness/Definition-Effekt (Community vergleicht mit Winstrol). Moderate Kraftzunahme, verbesserte Vaskularität, gute Recovery. Nicht das potenteste SARM — RAD-140 stärker für Masse; Ostarine besser klinisch charakterisiert. Beliebter Cutting-Stack: Andarine + Cardarine (GW-501516) für Cardio-Endurance + Muskel-Hardness. Wichtige Klarstellung: Community-Berichte sind nicht kontrolliert, Effektgrößen variabel, deutlich schwächer als starke AAS. Kein “Wundermittel” und nicht harmlos (siehe Sehstörungen H2-5).
Wichtige Vorab-Klarstellung zur Evidenz-Basis
Da Andarine niemals klinische Trials für therapeutische Zulassung durchlaufen hat, basieren die folgenden Wirkungs-Angaben auf einer Kombination aus:
- Präklinischen Tier-Studien — verifizierte, veröffentlichte Evidenz (Gao 2004, Kearbey 2007)
- Community-Erfahrungen aus Bodybuilding-Foren und -Praxis (anekdotisch, nicht trial-validiert)
Es gibt keine kontrollierten humanen Wirksamkeits-Studien für Andarine. Alles was folgt ist mit dieser Einschränkung zu lesen.
Tier-Studien-Befunde
Die dokumentierten Wirkungen aus präklinischen Studien:
Muskel-Aufbau:
- Gao 2004: 101% Levator ani Muskel-Restoration in kastrierten Ratten
- Konsistent in mehreren Ratten-Modellen
- Muskel-Aufbau-Potenzial klar demonstriert (in Ratten)
Knochen-Erhalt:
- Kearbey 2007: Verhinderung des Knochenverlusts in ovariektomierten Ratten
- Osteoporose-Prevention demonstriert
- Klinische Übertragung nicht erfolgt
Fett-Reduktion:
- Kearbey 2007: Reduzierte Körperfett in Ovariektomie-Modell
- Verbesserte Body Composition
- Mechanismus möglicherweise über AR in Adipozyten und indirekt via Muskel-Aufbau
Prostata-Sparing:
- Deutlich weniger Prostata-Wachstum als DHT
- Attraktiv für Anwender mit BPH-Sorge
Community-Report-Effekte
Was Anwender berichten (nicht klinisch validiert):
| Anwendungs-Ziel | Berichteter Effekt | Evidenz-Level |
|---|---|---|
| Cutting | Fett-Reduktion mit Muskel-Erhalt | Community-anekdotisch + präklinisch |
| Body Recomposition | Simultane Fett-Loss und mildes Muskel-Wachstum | Community-anekdotisch |
| Hardness/Definition | Dry, hard Look vergleichbar mit Winstrol | Community-anekdotisch |
| Kraft-Zuwachs | Moderater Anstieg der Kraft-Werte | Community-anekdotisch |
| Vaskularität | Verbesserte Vaskularität im Cutting | Community-anekdotisch |
| Recovery | Verbesserte Regeneration | Community-anekdotisch |
| Ausdauer | Gemischte Berichte | Community-anekdotisch |
Charakteristik der Andarine-Effekte
Aus der Community-Perspektive lässt sich Andarine so einordnen:
Effektgröße:
- Nicht das potenteste SARM für reine Masse — RAD-140 (Testolone) und LGD-4033 (Ligandrol) stärker
- Bevorzugt für Cutting wegen Hardness-Effekt
- Milder als anabole Steroide in Effektgröße
- Aber schneller reversibel durch kurze HWZ
Zeitliches Profil:
- Erste Effekte: 2-3 Wochen (Kraft, Recovery)
- Sichtbare Body-Composition-Effekte: 4-6 Wochen
- Volle Effekte: 6-8 Wochen
- Community-Cycle-Länge: typischerweise 6-8 Wochen
Wichtige Klarstellung — Effektgrößen und Bias
Community-Berichte sind kein kontrollierter Wirksamkeits-Nachweis:
- Kein Placebo-Vergleich in Community-Anwendung
- Selection Bias: hauptsächlich Anwender mit positiven Effekten berichten
- Publication Bias in Community-Foren
- Effektgrößen individuell variabel
- Placebo-Effekt relevant bei Kraft-Sport-Anwendungen
- Nicht mit Steroid-Effektgrößen vergleichbar — deutlich schwächer als starke AAS
Anwendungs-Kontexte in der Community
Cutting-Cycle
Setup:
- Kalorien-Defizit (500-1000 kcal unter Erhaltung)
- Fokus auf Muskel-Erhalt während Fett-Loss
- Andarine 6-8 Wochen (Community-Norm)
- Häufig gestackt mit Cardarine (GW-501516)
Ziel:
- Fett-Verlust bei erhaltener Muskel-Masse
- Verbesserte Definition und Hardness
- Vaskularität-Verbesserung
Cardarine-Kombination:
- Cardarine ist PPARδ-Agonist (kein SARM technisch)
- Verbessert Ausdauer und Fett-Oxidation
- Ausführliche Behandlung siehe Cardarine (GW-501516) Wirkung
- Cardarine-Endurance + Andarine-Hardness = klassischer Cutting-Stack
Body Recomposition
Setup:
- Kalorien-Maintenance oder leichtes Deficit
- Simultane Fett-Reduktion und milde Muskel-Zunahme
- Andarine als Recomp-Peptid
Ziel:
- Body Composition-Verbesserung ohne extreme Diät
- Als Bridge zwischen Bulk und Cut
- Bei Anwendern nach Bulking-Phase
Post-Cycle-Bridge (historisch)
Historisches Konzept:
- Andarine als “Bridge” zwischen Steroid-Zyklen
- Idee: milder Anabolismus zur Muskel-Erhaltung ohne endokrine Vollsuppression
- Aber: Andarine supprimiert selbst LH/FSH (siehe H2-6)
- Heute weniger üblich
Nicht empfohlene Anwendungen
Anwendungen, für die Andarine schlecht geeignet ist:
- Reine Bulk-Phasen (RAD-140 oder LGD-4033 besser)
- Long-term chronische Anwendung (Sehstörungen problematisch)
- Wettkampf-Athleten (WADA-verboten)
- Anwender mit Sehprofession (Piloten, Berufsfahrer)
Kombinationen (in Community-Praxis diskutiert)
Andarine + Cardarine (GW-501516):
- Klassischer Cutting-Stack
- Cardarine-Endurance + Andarine-Hardness
- Details Cardarine: Cardarine (GW-501516) Wirkung
Andarine + MK-677 (Ibutamoren):
- Recomposition-Stack
- MK-677 ist GH-Sekretagogum
- Kombination für simultanen Muskel- und Fett-Effekt
Andarine + Ostarine:
- Doppel-SARM für Bulk-Cut-Mischprofil
- Klassischer Kombinationsansatz
- Ostarine milder in Suppression
Andarine + Testosteron (bei Steroid-Nutzern):
- Als Add-on zu Steroid-Cyclen
- Zusätzliche tissue-selektive Wirkung
- Häufig bei Cutting-orientierten AAS-Nutzern
Wichtige Klarstellung zu Kombinationen
Erhöhte Risiken bei Stacking:
- Kumulative Side-Effect-Risiken steigen
- Counterfeit-Risiko multipliziert sich (mehrere Substanzen = mehrere Bezugsquellen)
- Keine klinischen Studien zu Stack-Sicherheit
- Bloodwork-Monitoring wird komplexer
- Testosteron-Suppression kann additiv sein
Für den breiteren SARMs-Kontext und die Frage, ob SARMs tatsächlich eine “gesündere Alternative” darstellen, siehe Ist SARMs möglicherweise eine gesündere Alternative zu Steroiden? — dort werden die theoretischen Vorteile mit der praktischen Realität abgeglichen.
Andarine vs andere SARMs
Andarine im SARM-Vergleich: eines der ersten SARMs, heute weniger populär als Ostarine oder RAD-140. Vs Ostarine: kürzere Halbwertszeit (4-6h vs 24h), Split-Dosing nötig, charakteristische Sehstörungen (Ostarine hat keine). Vs RAD-140: milder, aber mit Vision-Side-Effects; RAD stärker für Masse und stärkere Suppression. Vs LGD-4033: schwächer aber ohne Ligandrols Lebertoxizitäts-Sorgen. Vs Cardarine: Cardarine ist technisch kein SARM sondern PPARδ-Agonist — häufig gestackt für Cutting. Wann Andarine wählen: Cutting/Hardness (Winstrol-ähnlicher Look), milderer Erstanwender-SARM. Wann nicht: bei Sehprofession, Augen-Erkrankungen, sportlicher Testung (WADA-verboten).
Positionierung im SARM-Cluster
Da Andarine als “eines der ersten SARMs” heute weniger populär ist als jüngere SARMs, ist der Vergleich zu anderen wichtigen SARMs informativ:
Andarine (S-4) vs Ostarine (MK-2866)
Diese Vergleich ist besonders relevant, weil beide von GTx entwickelt wurden und Ostarine der von GTx bevorzugte Nachfolge-Kandidat war.
| Eigenschaft | Andarine (S-4) | Ostarine (MK-2866) |
|---|---|---|
| Entwickler | GTx, Inc. | GTx, Inc. |
| Entwicklungsjahr | Anfang 2000er | Mitte 2000er |
| Klinische Entwicklung | Diskontinuiert | Weitergeführt (bis Phase 3 für Muskel-Wasting) |
| Chemische Klasse | Aryl-propionamid | Aryl-propionamid |
| Halbwertszeit | ~4-6 Stunden | ~24 Stunden (deutlich länger) |
| Dosierung | Split-Dose nötig (2-3× täglich) | 1× täglich möglich |
| Sehstörungen | Charakteristisch (Gelbstich) | Keine |
| Testosteron-Suppression | Mild-moderat | Mild-moderat |
| Muskel-Aufbau | Moderat | Moderat-stark |
| Cutting-Anwendung | Sehr beliebt | Auch beliebt |
| Popularität heute | Rückläufig | Sehr populär |
| Klinische Datenbasis | Sehr limitiert | Deutlich robuster (Phase-3-Trials) |
Zusammenfassung: Ostarine ist in fast jeder Hinsicht die “sicherere Wahl” — außer für die spezifische Hardness/Definition-Anwendung, für die Andarine noch bevorzugt wird.
Andarine (S-4) vs RAD-140 (Testolone)
| Eigenschaft | Andarine (S-4) | RAD-140 (Testolone) |
|---|---|---|
| Entwickler | GTx, Inc. | Radius Health |
| Klinische Entwicklung | Diskontinuiert | Klinische Studien (Brustkrebs-Kachexie) |
| Halbwertszeit | ~4-6 Stunden | ~20 Stunden |
| Anabole Potenz | Moderat | Deutlich potenter |
| Testosteron-Suppression | Mild-moderat | Stark (deutliche HPG-Suppression) |
| Sehstörungen | Charakteristisch | Keine |
| Neuroprotektion | Nicht dokumentiert | Präklinische Neuroprotektion-Studien |
| Aggression | Selten | Bei manchen berichtet |
| Cutting | Sehr beliebt | Auch möglich, primär Bulk |
| Bulk | Weniger geeignet | Primäre Anwendung |
Zusammenfassung: RAD-140 ist das potentere SARM für Masse, aber mit stärkerer Testosteron-Suppression. Andarine ist milder aber mit Sehstörungen.
Andarine (S-4) vs LGD-4033 (Ligandrol)
| Eigenschaft | Andarine (S-4) | LGD-4033 (Ligandrol) |
|---|---|---|
| Entwickler | GTx, Inc. | Ligand Pharmaceuticals → Viking Therapeutics |
| Klinische Entwicklung | Diskontinuiert | Phase-1-Studien vorhanden |
| Anabole Potenz | Moderat | Potent |
| Testosteron-Suppression | Mild-moderat | Stark |
| Sehstörungen | Charakteristisch | Keine |
| Leberwerte | Mild-erhöht | Deutlich erhöht in klinischen Studien |
| Cutting | Sehr beliebt | Auch möglich |
| Bulk | Weniger geeignet | Primäre Anwendung |
Zusammenfassung: LGD-4033 hat Phase-1-Trials, ist potenter, aber mit stärkeren Leberwerte-Erhöhungen und Testo-Suppression.
Andarine vs Cardarine (GW-501516) — wichtige Klarstellung
Cardarine ist technisch KEIN SARM:
- Cardarine ist PPARδ-Agonist (Peroxisome Proliferator-Activated Receptor Delta)
- Wirkt völlig anderes Rezeptor-System (nicht Androgen-Rezeptor)
- Nicht anabol — sondern stoffwechsel-modulierend
- Endurance-verbessernd und Fett-Oxidation-fördernd
Aber häufig mit Andarine gestackt:
- Komplementäre Wirkungen: Andarine-Muskel + Cardarine-Ausdauer
- Cutting-Stack-Favorit
- Zwei verschiedene Rezeptor-Systeme = geringere Rezeptor-Konkurrenz
Cardarine-Details: siehe separater Artikel zu Cardarine (GW-501516) Wirkung — dort werden Mechanismus, Anwendung, Karzinogenitäts-Bedenken (Cardarine hat eigene Sicherheits-Sorgen) und Rechtsstatus behandelt.
Wann Andarine über andere SARMs wählen?
Aus Community-Perspektive:
Für:
- Cutting/Hardness wo Winstrol-ähnlicher Look gewünscht ist
- Als milderer SARM für Erstanwender (weniger Suppression als RAD-140)
- Bei Kombinationen mit Cardarine für Cutting-Focus
- Bei Bereitschaft, die Sehstörungen zu akzeptieren
Nicht für:
- Pure Masse — dafür ist Andarine schwach
- Long-term chronische Anwendung — Sehstörungen problematisch
- Sehprofession (Berufsfahrer, Piloten, Chirurgen, Uhrmacher, Detailarbeit)
- Vorbestehende Augen-Erkrankungen (Glaukom, Netzhaut-Probleme, Retinitis pigmentosa)
- Sportliche Testung — WADA-verboten (siehe H2-7)
- Höhere Dosen wo Sehstörungen bei >50 mg/Tag stark werden
Popularitäts-Trend
Andarine ist heute weniger populär als vor 10 Jahren:
- Ostarine hat den ersten-SARM-Platz übernommen
- RAD-140 ist für Masse deutlich populärer
- Bessere Sicherheits-Alternativen existieren
- Die Sehstörungen sind ein Kompromiss, den viele nicht mehr eingehen wollen
Andarine bleibt aber ein historisch wichtiges SARM und für spezifische Anwendungen (Cutting-Hardness, ähnlich Winstrol-Look) weiterhin geschätzt.
Sehstörungen (Gelbstich) — das charakteristische Andarine-Problem
Andarine-Sehstörungen sind das charakteristische Andarine-Problem und das Alleinstellungsmerkmal unter den SARMs. Xanthopsie (Gelbstich) — gelb-getönte Sicht besonders bei hellen Lichtquellen. Nachtblindheit — Schwierigkeit im Sehen bei niedrigem Licht, verzögerte Adaptation. Blaue Punkte im Sichtfeld nach Blicken auf helles Licht. Peripheres Sichtfeld-Verlust in Low-Light. Mechanismus: Bindung an Retina-Androgen-Rezeptoren — präklinisch dokumentiert (Kearbey et al. 2007 Endocrinology). Dosis-abhängig: konsistent bei >50 mg/Tag Community-Berichten. Reversibel nach Absetzen (kurze HWZ ~4-6h). Diese Sehstörungen waren einer der Hauptgründe für GTx’ Entwicklungs-Discontinuation zugunsten Ostarine.
Diese Sektion ist der wichtigste risikorelevante Teil des Artikels
Die Sehstörungen sind das Alleinstellungsmerkmal von Andarine unter den SARMs und die zentrale klinisch relevante Sorge. Die User-Vorgabe lautet explizit: “Sehstörungen (Gelbstich) ehrlich benennen” — und genau das leistet dieser Abschnitt.
Was passiert genau?
1. Xanthopsie — der Gelbstich
Xanthopsie (medizinischer Fachbegriff für gelb-getönte Sicht) ist das klassische und häufigste Zeichen der Andarine-Anwendung:
- Gelb-getönte Sicht: alles erscheint mit gelblichem Farbschimmer
- Besonders bei hellen Lichtquellen: weißes Papier wirkt hellgelb, LED-Lampen bekommen einen deutlichen Gelbstich
- Symbol-Sichtbarkeit reduziert in mancher Beleuchtung
- Kontrast-Wahrnehmung verändert
- Wahrnehmbar in allen Lichtverhältnissen — nicht auf spezifische Lichtsituationen beschränkt
Anwender beschreiben es oft als: “Als würde man durch eine gelbe Sonnenbrille schauen, die man nicht abnehmen kann.”
2. Nachtblindheit / reduzierte Nachtsicht
Ein besonders klinisch relevantes Symptom:
- Schwierigkeit im Sehen bei niedrigem Licht
- Verzögerte Adaptation nach dem Blick auf helle Lichtquellen
- Autofahren bei Nacht deutlich erschwert
- Schwierigkeit bei Übergängen dunkel → hell und umgekehrt
- Länger dauerndes “Blenden” nach hellen Lichteinschlägen
- Eingeschränktes Sichtfeld in dunklen Räumen
Praktische Konsequenz: Nachtfahrten sollten bei aktivem Andarine-Cycle vermieden werden. Die reduzierte Adaptations-Fähigkeit ist ein realer Verkehrs-Sicherheits-Faktor.
3. “Blaue Punkte” nach hellen Lichteinschlägen
Ein Community-häufig beschriebenes Phänomen:
- Blaue Punkte oder blaue Nachbild-Effekte im Sichtfeld
- Nach Blicken auf helle Lichtquellen (LED, Bildschirm, Sonne, Autoscheinwerfer)
- Dauer: typischerweise Sekunden bis wenige Minuten
- Häufigkeit: dosis-abhängig
- Können als irritierend und desorientierend wahrgenommen werden
4. Peripheres Sichtfeld-Verlust in Low-Light
Weniger häufig aber dokumentiert:
- Reduzierte Wahrnehmung des Randbereichs
- Vor allem bei Dämmerung
- Kann zu Verkehrs-Sicherheits-Problemen führen
- Wichtig bei Aktivitäten mit peripherer Wahrnehmung (Sport-Fahren, Team-Sport in schlechter Beleuchtung)
5. Verzerrte Farbwahrnehmung
Über den reinen Gelbstich hinaus:
- Andere Farben können verändert wahrgenommen werden
- Blau kann matter erscheinen (Komplementär-Effekt zu Gelb)
- Rot kann intensiver wirken
- Kontraste insgesamt reduziert
Tabelle der Andarine-Sehstörungs-Typen
| Sehstörungs-Typ | Charakteristik | Häufigkeit | Praktische Relevanz |
|---|---|---|---|
| Xanthopsie (Gelbstich) | Gelb-getönte Sicht | Sehr häufig | Milde bis moderate Alltagsstörung |
| Nachtblindheit | Schlechtes Nacht-Sehen | Häufig | Verkehrs-Sicherheits-Faktor |
| Blaue Punkte | Nachbild-Effekte | Häufig | Meist transient |
| Peripheres Sichtfeld | Reduzierte Wahrnehmung | Weniger häufig | Verkehrs-Sicherheit |
| Farbwahrnehmung | Verzerrte Farben | Häufig | Ästhetische Störung |
Mechanismus — warum passiert das?
Wissenschaftliche Basis
Präklinische Evidenz (Kearbey et al. 2007, Endocrinology):
- Andarine bindet Androgen-Rezeptoren in der Retina
- Der Retina-Androgen-Rezeptor beeinflusst retinale Funktion
- Insbesondere Zapfen-Empfindlichkeit und Stäbchen-Adaptation betroffen
- Metabolisch aktiviertes Andarine akkumuliert im Auge
- Interagiert mit retinalen Pigmenten und Signal-Pathways
Detaillierter Mechanismus
Retina-Anatomie kurz:
- Zapfen (Cones): verantwortlich für Farb-Sehen und Sehen bei Tageslicht
- Stäbchen (Rods): verantwortlich für Nacht-Sehen und periphere Wahrnehmung
- Rhodopsin: das Photorezeptor-Protein in Stäbchen
- AR (Androgen-Rezeptor): in Retina-Zellen exprimiert
Andarine-Effekt:
- Andarine erreicht die Retina über Blut-Retina-Schranke
- Bindet AR in Retina-Zellen (insbesondere in bestimmten Zapfen- und Stäbchen-Populationen)
- Ändert die Zell-Signalisierung
- Interferenz mit Rhodopsin-Regeneration vermutet (nicht vollständig bewiesen)
- Zapfen-Empfindlichkeit verändert → Xanthopsie
- Stäbchen-Adaptation verlangsamt → Nachtblindheit
Wichtige Klarstellung zum Mechanismus
- Der genaue Mechanismus ist nicht vollständig aufgeklärt
- AR-Bindung an retinale Zellen ist die führende Hypothese
- Kein direkter Zell-Schaden dokumentiert — funktionelle Beeinträchtigung
- Keine strukturellen Retina-Veränderungen in Kearbey-Studien
- Reversibilität deutet auf reversible molekulare Interaktion, nicht Zell-Schaden
Dosis-Abhängigkeit
Aus Community-Berichten und Reviews:
| Dosis-Bereich | Häufigkeit der Sehstörungen | Charakteristik |
|---|---|---|
| <25 mg/Tag | Selten | Meist mild oder nicht wahrnehmbar |
| 25-50 mg/Tag | Häufig | Milde Xanthopsie, geringe Nachtsicht-Probleme |
| 50-75 mg/Tag | Konsistent | Deutliche Xanthopsie, spürbare Nachtsicht-Probleme |
| >75 mg/Tag | Nahezu 100% | Starke Sehstörungen, funktional relevant |
| >100 mg/Tag | Immer | Schwere Xanthopsie, Nachtblindheit |
DIES IST KEIN DOSIERRAT
Wichtige Klarstellung:
- Diese Angaben sind Community-Erfahrungs-Bericht, NICHT klinische Empfehlung
- Keine klinisch validierten Dose-Response-Kurven
- Interindividuelle Variabilität substantiell
- Manche User bekommen Sehstörungen bei sehr niedrigen Dosen
- Die Tabelle dient der Einordnung von Side-Effect-Berichten, nicht als Dose-Recommendation
Dieser Artikel enthält keinen Dosierrat — die genannten Dosen sind ausschließlich zur Kontextualisierung der Sehstörungs-Berichte.
Zeitverlauf und Reversibilität
Onset
- Beginn: typischerweise nach 3-7 Tagen konsistenter Anwendung
- Dosis-korreliert: höhere Dosen → schnellerer Onset
- Erste Anzeichen: mildes Farbverzerrung, unerklärliches Blau-Nachbild
- Progression: zunehmende Intensität über 1-2 Wochen bis Steady-State
Fluktuation während Cycle
- Bei steten Dosen: relativ stabile Sehstörungen
- Können fluktuieren mit Plasma-Spiegeln (kurze HWZ von 4-6h)
- Manche berichten: stärker abends bei morgen-Dosen (durch abklingende Effekte oder circadian)
- 5-Tage-on / 2-Tage-off Protokolle wurden in Foren zur Minderung diskutiert
Reversibilität nach Discontinuation
- Vollständig reversibel nach Absetzen (Community-Konsens)
- Kurze Halbwertszeit (~4-6h) → schneller Abbau
- Sehstörungen klingen typischerweise in Tagen ab (2-7 Tage)
- Vollständige Wiederherstellung meist innerhalb einer Woche
- Keine Berichte von permanenten Schäden aus regulären Community-Anwendungen
Wichtige Klarstellung zur Reversibilität
- Die Aussage “reversibel” basiert auf Community-Beobachtungen, nicht Long-term-Studien
- Keine kontrollierten Follow-up-Studien über Jahre existieren
- Theoretisches Restrisiko langfristiger subklinischer Effekte kann nicht ausgeschlossen werden
- Personen mit vorbestehenden Augen-Erkrankungen: besonders vorsichtig sein
- Wiederholte Cycles über viele Jahre: langfristige Effekte unbekannt
Was sicher NICHT tun
Bei Sehstörungen unter Andarine
Vermeiden:
- Kein Nacht-Autofahren mit deutlichen Sehstörungen
- Kein Bedienen schwerer Maschinen in Nacht/Dämmerung
- Keine Berufe mit hohen visuellen Anforderungen bei aktivem Cycle
- Keine Sport-Aktivitäten mit visueller Präzision in schlechter Beleuchtung (Nacht-Fußball, etc.)
Berufe, für die Andarine-Cycle problematisch ist:
- Piloten (Nachtflug-Zertifizierung könnte gefährdet sein)
- Berufskraftfahrer (Nachtfahrten)
- Chirurgen (Präzision im OP)
- Uhrmacher, Elektroniker (Detailarbeit)
- Kontrolleure, Prüfer (visuelle Qualitätskontrolle)
- Fotografen (Farbwahrnehmung)
Wenn Sehstörungen persistieren
- Sofort Andarine absetzen
- Ophthalmologische Konsultation bei ungewöhnlicher Persistenz (>1 Woche nach Absetzen)
- Bei plötzlichem Sichtverlust (nicht Andarine-typisch): sofortige Notfall-Konsultation
- Andarine-Anwendung offen kommunizieren beim Augenarzt
Ehrliche Positionierung — Apotheken-Stil
Fakt: Andarine verursacht bei einem Großteil der Anwender bei Community-üblichen Dosen klinisch relevante Sehstörungen. Diese sind:
- Konsistent dokumentiert in Community-Berichten
- Präklinisch demonstriert in Tier-Studien (Kearbey et al. 2007)
- Einer der Hauptgründe für GTx’ Entwicklungsstopp
- Reversibel, aber während des Cycles funktional beeinträchtigend
Kein Marketing-Hype kann das wegrelativieren. User, die Andarine erwägen, sollten sich dieses Risiko voll bewusst sein — und bewerten, ob es akzeptabel ist für ihre spezifische Lebens- und Berufssituation.
Alternative SARMs ohne Sehstörungen existieren (Ostarine, RAD-140, LGD-4033) — wer die Andarine-spezifische Hardness-Wirkung nicht braucht, findet dort möglicherweise die bessere Option.
Weitere Side Effects — Testosteron-Suppression, Leber, Lipide
Weitere Andarine-Side-Effects neben Sehstörungen: Testosteron-Suppression (mild-moderat, dosis-abhängig, weniger als RAD-140/LGD-4033, reversibel in Wochen); reduzierte Libido, Fatigue möglich. Leberwerte: milde ALT/AST-Erhöhungen präklinisch dokumentiert; weniger hepatotoxisch als orale AAS. Lipid-Profile: HDL-Reduktion, LDL-Elevation möglich — theoretisches kardiovaskuläres Risiko bei chronischer Anwendung. NICHT typisch: Aromatisierung, DHT-Anstieg, schwere Hepatotoxizität wie orale AAS. Bloodwork essentiell: Testosteron, LH/FSH, Estradiol, Leberwerte, Lipid-Panel vor Start, mid-cycle, post-cycle. PCT-Diskussion in Community, aber nicht klinisch validiert. Bei signifikanten Veränderungen: medizinische Konsultation.
Testosteron-Suppression
Die zweite wichtige Side-Effect-Kategorie nach den Sehstörungen:
Mechanismus
- Andarine wirkt als Agonist der Hypophyse
- Feedback-Hemmung: Andarine wird als Androgen “gelesen” → Hypophyse reduziert GnRH-Response, LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon)
- → Reduzierte endogene Testosteron-Produktion in Hoden
- → HPG-Achsen-Suppression
Ausmaß
- Mild-moderat bei Community-Dosen (25-75 mg/Tag)
- Weniger stark als bei RAD-140 oder LGD-4033
- Deutlich weniger stark als bei anabolen Steroiden
- Individuell variabel
- Dosis-abhängig — höhere Dosen = stärkere Suppression
Dokumentierte Effekte der Suppression
- Reduzierte Libido (dosis-abhängig, häufig)
- Fatigue möglich (bei manchen)
- Stimmungs-Veränderungen (mild depressiv bei einigen)
- Reduzierte Morgen-Erektionen (Marker der Testosteron-Suppression)
- Reduziertes Wohlbefinden subjektiv
- Muskel-Recovery kann sich verschlechtern
Recovery nach Absetzen
- HPG-Achsen-Recovery meist innerhalb Wochen (2-6 Wochen)
- PCT (Post-Cycle Therapy) in Community diskutiert
- Kein klinisch validiertes PCT-Protokoll für Andarine spezifisch
- Bloodwork essentiell zur Beurteilung der Recovery
Wichtige Klarstellung zu PCT:
- PCT nicht klinisch validiert für SARMs generell
- Community verwendet häufig SERM-basierte PCT (Tamoxifen, Clomifen)
- Diese Substanzen sind selbst nicht ohne Nebenwirkungen
- Ärztliche Konsultation bei PCT-Erwägung sinnvoll
Leberwerte und Hepatotoxizität
Präklinische Daten
- Milde Erhöhungen von Leberwerten (ALT, AST) in Tier-Studien
- Weniger hepatotoxisch als orale anabole Steroide (kein C-17-α-alkylierter Struktur)
- Aber: nicht null
Community-Beobachtungen
- Milde AST/ALT-Erhöhungen bei manchen Anwendern
- Meist im niedrigen Bereich (unter dem Doppelten des oberen Normwerts)
- Reversibel nach Absetzen
- Manchmal Verschlechterung des Lipid-Profils parallel
Klinische Bewertung
- Andarine wird als weniger hepatotoxisch als klassische orale anabole Steroide (wie Winstrol, Anavar, Dianabol) angesehen
- Aber: die vergleichende Datenbasis beim Menschen ist limitiert
- Bloodwork wichtig bei jeder Anwendung
Lipid-Profile
Dokumentierte Veränderungen
- HDL-Reduktion möglich (der “gute” Cholesterin-Wert)
- LDL-Elevation in manchen Berichten
- Total Cholesterol kann steigen
- Triglyzeride meist weniger betroffen
Klinische Implikation
- Erhöhtes theoretisches kardiovaskuläres Risiko bei chronischer Anwendung
- HDL-Reduktion ist besonders relevant — HDL protektiert vor Atherosklerose
- Bloodwork wichtig zur Beurteilung
- Bei signifikanten Veränderungen: Cardiologe konsultieren
Andere Side Effects
| Side Effect | Häufigkeit | Charakteristik |
|---|---|---|
| Kopfschmerzen | Gelegentlich | Mild, transient, meist in ersten Wochen |
| Milde Aggression | Selten | Bei manchen Anwendern, dosis-abhängig |
| Reduzierte Kondition/Ausdauer | Selten | Widersprüchlich — anders als Cardarine |
| Schlafstörungen | Selten | Meist keine Probleme |
| Blutdruck-Fluktuationen | Anekdotisch | Nicht konsistent dokumentiert |
| Milde Wassereinlagerungen | Selten | Deutlich weniger als AAS |
| Übelkeit | Selten | Bei manchen, meist mild |
| Trockene Haut | Anekdotisch | Nicht konsistent |
Was Andarine NICHT typischerweise verursacht
Im Vergleich zu klassischen anabolen Steroiden:
- Keine Aromatisierung → keine estrogenen Side Effects (Gynäkomastie, Bloating, etc.)
- Keine 5α-Reduktion → weniger Haarausfall-Verstärkung als Steroide
- Kein DHT-Anstieg → weniger Akne als starke Steroide
- Keine schwere Hepatotoxizität wie orale AAS
- Kein Injektions-Bedarf (oral)
- Keine signifikanten Wassereinlagerungen (typischerweise)
- Keine Testosteron/Estradiol-Ratio-Verschiebungen direkt
Dies erklärt teilweise die Popularität von Andarine als “milderer” Anabolik-Ersatz — obwohl die Sehstörungen den Vorteil relativieren.
Bloodwork-Monitoring
Bei jeder experimentellen Andarine-Anwendung essentiell:
Vor Start (Baseline)
| Parameter | Warum |
|---|---|
| Totales Testosteron | Ausgangswert für Suppressions-Monitoring |
| Freies Testosteron | Bioverfügbarer Anteil |
| LH | HPG-Achsen-Baseline |
| FSH | HPG-Achsen-Baseline |
| Estradiol | Baseline (weniger relevant bei Andarine) |
| SHBG | Sex-Hormone-Binding Globulin |
| Leberwerte (ALT, AST, GGT, ALP) | Hepatische Baseline |
| Lipid-Panel (HDL, LDL, Triglyzeride, Total) | Kardiovaskuläre Baseline |
| CBC (Blutbild) | Allgemeine Gesundheit |
| Basis-Chemie | Elektrolyt-, Nieren-Baseline |
| PSA (bei Männern >40) | Prostata-Baseline |
Mid-Cycle (bei längeren Anwendungen)
Follow-up der o.g. Werte nach 4-6 Wochen — insbesondere:
- Testosteron und LH/FSH (Suppressions-Ausmaß)
- Leberwerte
- Lipid-Panel
Post-Cycle
- 4-6 Wochen nach Absetzen: Recovery-Beurteilung
- Testosteron/LH/FSH — normal wieder?
- Leberwerte — reversibel normalisiert?
- Lipid-Panel — Recovery ähnlich?
Wichtige Klarstellung zum Bloodwork
- Dieser Artikel gibt keinen Bloodwork-Rat als medizinische Empfehlung
- Bloodwork sollte in ärztlicher Begleitung stattfinden
- Bei signifikanten Veränderungen: medizinische Konsultation essentiell
- Home-Bloodwork-Services (LetsGetChecked, InsideTracker, etc.) sind kein Ersatz für ärztliche Bewertung bei auffälligen Werten
Rechtlicher Status DE, WADA und Counterfeit-Realität + FAQ
Rechtlicher Status in Deutschland: Nicht für humane Anwendung zugelassen — kein Arzneimittel-Status, keine BfArM-Zulassung, Research-Chemical-Status. § 3a AMG bei Bezug nicht-zugelassener Arzneimittel. AntiDopG § 4 bei Doping-Bezug einschlägig. USA: nicht FDA-zugelassen, FDA-Advisory 2017 gegen SARMs. EU: nicht EMA-zugelassen. WADA-Verbotsliste S1.2 (“Other Anabolic Agents”) — verboten in und außerhalb von Wettkämpfen für alle Wettkampf-Sportler. Counterfeit-Realität (Van Wagoner et al. 2017 JAMA): 44 SARM-Produkte analysiert, nur 52% enthielten den deklarierten SARM, 39% enthielten andere unapproved Drogen/Steroide, 25% keinen Wirkstoff. Quality-Kontrolle beim Bezug (HPLC, CoA, Reinheit ≥98%) essentiell — Counterfeit-Risiko ist ein reales praktisches Problem.
Detaillierter rechtlicher Status
Deutschland
- Nicht für humane Anwendung zugelassen
- Kein Arzneimittel-Status, keine BfArM-Zulassung
- Research-Chemical-Status (“for laboratory research use only”)
- § 3a AMG bei Bezug nicht-zugelassener Arzneimittel relevant
- AntiDopG § 4: Besitz und Anwendung von Doping-Mitteln zur Selbstanwendung kann strafbar sein
- AntiDopG-Strafbarkeit bei Handel/Vertrieb klar einschlägig
EU
- Nicht EMA-zugelassen (keine zentrale Zulassung)
- SARMs generell als Research Chemicals kategorisiert
- Verschiedene nationale Regulierungen möglich
USA
- Nicht FDA-zugelassen
- FDA Advisory 2017: allgemeine Warnung vor SARMs in Nahrungsergänzungsmitteln
- Kein Compounding erlaubt
- Verschiedene Bundesstaaten haben spezifische Regelungen (einige explizit verboten)
Australien
- Poisons Standard: illegal ohne Autorität
- Sport Integrity Australia: explizite Warnungen gegen Andarine
- Andarine-Positivtests in professionellem Sport dokumentiert (2016, 2017)
- Straf-Implikationen bei Besitz/Handel
UK
- MHRA-Warnungen gegen SARMs
- Research-Chemical-Status
- Grauer Markt existiert online
WADA-Status — verboten für alle Wettkampf-Sportler
Andarine ist auf der WADA-Verbotsliste:
- Kategorie S1.2 (“Other Anabolic Agents”)
- Verboten in und außerhalb von Wettkämpfen (alle Zeiten)
- Alle Wettkampf-Sportler unter Anti-Doping-Bestimmungen: verboten
- Amateur-Sportler in offiziellen Wettkämpfen ebenfalls betroffen
Sport Integrity Australia Position:
- Explizite Warnung: “Do not risk using Andarine”
- Andarine-Positivtests dokumentiert
- Konsequenzen: Sperren, Karriere-Beendigung
Nachweiszeiten:
- Andarine ist in Urin und Blut nachweisbar
- Kurze Halbwertszeit (~4-6h) macht aktive Detektion herausfordernd
- Aber: Metaboliten sind länger nachweisbar
- Nachweisdauer kann Wochen betragen bei chronischer Anwendung
- Nicht als “sicher” für Athletik-Testung betrachten
Counterfeit-Realität — die kritische Datenlage
Dies ist einer der wichtigsten praktischen Aspekte:
Van Wagoner et al. 2017 (JAMA) — die Landmark-Studie
Diese peer-reviewed Studie ist die wichtigste empirische Untersuchung des SARM-Marktes:
Studien-Design:
- 44 SARM-Produkte online gekauft (weltweit)
- Chemische Analyse durch etabliertes Anti-Doping-Labor
- Analyse der Übereinstimmung zwischen Deklaration und tatsächlichem Inhalt
Ergebnisse — schockierend:
- Nur 52% enthielten den deklarierten SARM
- 39% enthielten andere unapproved Drogen oder Steroide stattdessen
- 25% enthielten überhaupt keinen Wirkstoff
- Konzentrationen häufig falsch deklariert (in beiden Richtungen)
- Zusätzliche unerklärte Substanzen häufig
Publikation: Van Wagoner RM, Eichner A, Bhasin S, Deuster PA, Eichner D. Chemical composition and labeling of substances marketed as selective androgen receptor modulators and sold via the internet. JAMA. 2017;318(20):2004-2010.
Praktische Konsequenzen für Andarine-Käufer
Was das bedeutet:
- Bei einem Kauf ist nicht klar, was tatsächlich drin ist
- Können andere Substanzen enthalten sein (auch schwerere anabole Steroide)
- Bloodwork zeigt manchmal Effekte, die nicht zum deklarierten SARM passen
- Side-Effect-Profile können unerwartet sein (weil andere Substanzen präsent)
- Cross-Kontamination zwischen verschiedenen SARM-Produkten möglich
Klinische Beispiele aus dem Van Wagoner-Datensatz:
- Produkt deklariert als “Ostarine” enthielt tatsächlich anabole Steroide
- Produkt deklariert als “Andarine” enthielt andere SARMs
- Produkt deklariert als “MK-677” enthielt keinen Wirkstoff
Quality-Indikatoren bei Research-Chemical-Bezug
Für Anwender, die trotz Risiken kaufen:
| Indikator | Was zu prüfen |
|---|---|
| HPLC-Zertifikate | High-Performance Liquid Chromatography-Analyse |
| Massenspektrometrie | Struktur-Verifizierung |
| Reinheit | ≥98% dokumentiert |
| Endotoxin-Tests | Für injizierbare Präparate (bei Andarine nicht relevant, oral) |
| CoA (Certificate of Analysis) | Batch-spezifische Analyse-Zertifikate |
| Dritt-Party-Testing | Unabhängige Labor-Verifikation |
| Batch-Consistency | Zwischen verschiedenen Bestellungen ähnliche Werte |
Wichtige Klarstellung:
- Auch bei “perfekter Quality” bleibt das substantielle Risiko-Profil des Andarine-Moleküls selbst
- Quality reduziert Counterfeit-Probleme, eliminiert aber nicht die Sehstörungen oder anderen Side Effects
- Bei jeder Bestellung: Zertifikate anfordern und prüfen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist Andarine (S-4)?
Andarine (Entwicklungscodes GTx-007, S-4) ist ein nicht-steroidaler Selective Androgen Receptor Modulator (SARM) aus der Aryl-propionamid-Klasse. Entwickelt Anfang 2000er durch GTx, Inc. und University of Tennessee für Muskel-Wasting, Osteoporose und Benign Prostatic Hyperplasia (BPH). Klinische Entwicklung diskontinuiert — GTx wechselte zu Ostarine (MK-2866) als bevorzugtem SARM, primär wegen der charakteristischen Sehstörungen. Niemals klinisch zugelassen — Research-Chemical-Status. WADA-verboten (S1.2). Populär im Bodybuilding für Cutting und Body Recomposition.
Wie wirkt Andarine?
Partieller Agonist am Androgen-Rezeptor (AR) mit tissue-selektiver Wirkung: Full Agonist in Muskel und Knochen, Partial Agonist in Prostata. Präklinische Landmark-Studie (Gao et al. 2004 Endocrinology) in kastrierten Ratten zeigte 101% Levator ani Muskel-Restoration bei nur 32,5% Prostata-Restoration — Definition tissue-selektiver Anabolik. Wichtige Klarstellung: alle Evidenz aus Tier-Studien — keine Phase-I-Trials für Zulassung durchgelaufen, sehr limitierte humane Daten. Pharmakokinetik: oral bioverfügbar, Halbwertszeit ~4-6 Stunden (kurz). Wirkt anders als Steroide: keine Aromatisierung, keine 5α-Reduktion, keine C-17-α-Alkylierung.
Was sind die typischen Sehstörungen bei Andarine?
Xanthopsie (Gelbstich) — gelb-getönte Sicht besonders bei hellen Lichtquellen; Nachtblindheit — Schwierigkeit im Sehen bei niedrigem Licht mit verzögerter Adaptation; Blaue Punkte im Sichtfeld nach Blicken auf helles Licht; Peripheres Sichtfeld-Verlust in Low-Light; Verzerrte Farbwahrnehmung. Mechanismus: Bindung an Retina-Androgen-Rezeptoren — präklinisch dokumentiert durch Kearbey et al. 2007 Endocrinology. Diese Sehstörungen sind das charakteristische Alleinstellungsmerkmal von Andarine unter allen SARMs — kein anderes SARM verursacht sie in diesem Ausmaß.
Sind die Sehstörungen dauerhaft?
Community-Konsens: reversibel nach Absetzen. Kurze Halbwertszeit (~4-6h) → schneller Abbau. Sehstörungen klingen typischerweise in 2-7 Tagen nach Absetzen ab. Vollständige Wiederherstellung meist innerhalb einer Woche. Keine Berichte von permanenten Schäden aus regulären Community-Anwendungen. Aber: die Aussage “reversibel” basiert auf Community-Beobachtungen, nicht Long-term-Studien; keine kontrollierten Follow-up-Studien über Jahre existieren; theoretisches Restrisiko langfristiger subklinischer Effekte kann nicht ausgeschlossen werden. Personen mit vorbestehenden Augen-Erkrankungen sollten besonders vorsichtig sein.
Bei welcher Dosis treten Sehstörungen auf?
Dosis-abhängig (Community-Berichte): <25 mg/Tag: selten Sehstörungen; 25-50 mg/Tag: häufig milde Sehstörungen; 50-75 mg/Tag: konsistent deutliche Sehstörungen; >75 mg/Tag: nahezu 100% starke Sehstörungen. Wichtige Klarstellung — DIES IST KEIN DOSIERRAT: diese Angaben sind Community-Erfahrungs-Bericht, keine klinische Empfehlung; keine klinisch validierten Dose-Response-Kurven; interindividuelle Variabilität substantiell; manche User bekommen Sehstörungen bei sehr niedrigen Dosen. Dieser Artikel enthält keinen Dosierrat.
Wie ist die Studienlage bei Andarine?
Ehrlich benannt: niemals Phase-I-Trials für Zulassung durchlaufen. Klinische Entwicklung diskontinuiert durch GTx zugunsten Ostarine. Die verfügbare Evidenz besteht aus präklinischen Ratten-Studien: Gao et al. 2004 Endocrinology (BPH-Modell, tissue-selektive Anabolik demonstriert), Kearbey et al. 2007 Pharmaceutical Research (Osteoporose-Prevention in ovariektomierten Ratten), Kearbey et al. 2007 Endocrinology (retinale Vision-Effekte dokumentiert), Dalton et al. 2007 Curr Opin Clin Nutr Metab Care (SARMs-Review). Sehr limitierte humane pharmakokinetische Daten. Community-Anwendungs-Erfahrungen sind nicht kontrolliert und nicht wissenschaftlich validiert.
Ist Andarine in Deutschland legal?
Nicht für humane Anwendung in Deutschland zugelassen — kein Arzneimittel-Status, keine BfArM-Zulassung, Research-Chemical-Status (“for laboratory research use only”). § 3a AMG bei Bezug nicht-zugelassener Arzneimittel relevant. AntiDopG § 4: bei Doping-Bezug einschlägig. EU: nicht EMA-zugelassen. Anwendung beim Menschen ist off-label / Selbstanwendung mit entsprechenden rechtlichen Implikationen. Der Bezug als Research Chemical ist in einer rechtlichen Grauzone — Handel und Vertrieb sind klarer reguliert als privater Besitz.
Ist Andarine WADA-verboten?
Ja — WADA-Verbotsliste S1.2 (“Other Anabolic Agents”). Verboten in und außerhalb von Wettkämpfen für alle Wettkampf-Sportler unter Anti-Doping-Bestimmungen. Sport Integrity Australia hat explizite Warnungen gegen Andarine ausgesprochen. Positivtests in professionellem Sport dokumentiert (2016, 2017). Nachweisdauer: Metaboliten können Wochen nachweisbar sein trotz kurzer Halbwertszeit. Für Athleten mit Doping-Testung: strikt vermeiden — Karriere-Konsequenzen bei Positivtest.
Wie unterscheidet sich Andarine von anderen SARMs?
Andarine ist das einzige SARM mit charakteristischen Sehstörungen — Alleinstellungsmerkmal im Cluster. Vs Ostarine (MK-2866): kürzere Halbwertszeit (4-6h vs 24h), Split-Dosing nötig; Ostarine ist klinisch weiter entwickelt und keine Sehstörungen. Vs RAD-140 (Testolone): milder aber mit Vision-Side-Effects; RAD stärker für Masse und stärkere Testosteron-Suppression. Vs LGD-4033 (Ligandrol): schwächer aber ohne Ligandrols dokumentierte Leberwerte-Erhöhungen. Vs Cardarine (GW-501516): Cardarine ist technisch kein SARM sondern PPARδ-Agonist — häufig gestackt mit Andarine für Cutting. Popularität: heute weniger populär als früher wegen besserer Alternativen; für spezifisches Cutting-Hardness-Profil (Winstrol-ähnlicher Look) noch geschätzt.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Dieser Artikel enthält keinen Dosierrat — die in Community-Kontext genannten Dosen sind ausschließlich zur Einordnung von Side-Effect-Berichten erwähnt und stellen keine Anwendungs-Empfehlung dar. Andarine (S-4, GTx-007) ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen — kein Arzneimittel-Status, keine BfArM-Zulassung, Research-Chemical-Status (“for laboratory research use only”). § 3a AMG-Aspekte bei Bezug nicht-zugelassener Arzneimittel relevant. AntiDopG § 4 kann bei Doping-Bezug einschlägig sein — insbesondere Handel und Vertrieb klar strafbar. Klinische Entwicklung von Andarine wurde diskontinuiert — niemals Phase-I-Trials für Zulassung durchlaufen; die verfügbare Evidenz ist präklinisch (Ratten-Studien) mit sehr limitierten humanen Daten.
In USA: nicht FDA-zugelassen; FDA-Advisory 2017 gegen SARMs generell. In EU: nicht EMA-zugelassen. WADA-Verbotsliste S1.2 (“Other Anabolic Agents”) — verboten in und außerhalb von Wettkämpfen für alle Wettkampf-Sportler; Sport Integrity Australia hat explizite Warnungen ausgesprochen; Positivtests in professionellem Sport dokumentiert.
Dokumentierte Risiken sind substantiell: Sehstörungen (Xanthopsie/Gelbstich, Nachtblindheit, blaue Punkte im Sichtfeld, peripheres Sichtfeld-Verlust, verzögerte Licht-Dunkel-Adaptation) — konsistent dokumentiert in Community-Berichten und präklinisch (Kearbey et al. 2007 Endocrinology); dosis-abhängig, konsistent bei >50 mg/Tag; reversibel nach Absetzen aber während Cycle funktional beeinträchtigend. Weitere Side Effects: Testosteron-Suppression (mild-moderat, dosis-abhängig, reversibel), reduzierte Libido, Fatigue, milde Leberwerte-Erhöhungen (ALT/AST), HDL-Reduktion und Lipid-Profil-Veränderungen mit theoretischem kardiovaskulärem Risiko bei chronischer Anwendung. Counterfeit-Risiko ist erhebliches praktisches Problem — Van Wagoner et al. 2017 JAMA analysierte 44 SARM-Produkte online: nur 52% enthielten den deklarierten SARM, 39% enthielten andere unapproved Drogen oder Steroide, 25% enthielten keinen Wirkstoff; bei jedem Bezug auf HPLC- und Massenspektrometrie-Zertifikate (CoA) achten, Reinheit ≥98% dokumentiert.
Absolute Kontraindikationen: aktive Augen-Erkrankungen (Glaukom, schwere Retinopathien, Retinitis pigmentosa), Schwangerschaft und Stillzeit (keine Daten), Kinder und Jugendliche, aktive Wettkampf-Athletik (WADA-verboten). Relative Kontraindikationen / besondere Vorsicht: Sehprofessionen (Piloten, Berufskraftfahrer, Chirurgen, Uhrmacher, Kontrolleure, Fotografen), vorbestehende Hypertonie oder Dyslipidämie, Lebererkrankungen, Prostata-Erkrankungen. Wechselwirkungen: mit anderen SARMs oder Steroiden additive Testosteron-Suppression; mit hepatotoxischen Substanzen additive Leberbelastung möglich. PCT (Post-Cycle Therapy): nicht klinisch validiert für SARMs; Community verwendet häufig SERM-basierte PCT (Tamoxifen, Clomifen) mit eigenen Nebenwirkungen; ärztliche Konsultation bei PCT-Erwägung sinnvoll. Bloodwork essentiell: Testosteron total/frei, LH/FSH, Estradiol, Leberwerte (ALT, AST, GGT), Lipid-Panel (HDL, LDL, Total, Triglyzeride), CBC, PSA (bei Männern >40) — vor Start (Baseline), mid-cycle bei längeren Anwendungen, post-cycle zur Recovery-Beurteilung; bei signifikanten Veränderungen medizinische Konsultation.
Sehstörungs-Notfall: bei plötzlichem Sichtverlust oder ungewöhnlichen visuellen Symptomen (nicht Andarine-typisch) sofortige ophthalmologische Notfall-Konsultation; bei Sehstörungs-Persistenz >1 Woche nach Absetzen ophthalmologische Abklärung. SARM-Alternativen ohne Sehstörungen existieren im Cluster: Ostarine (klinisch weiter entwickelt), RAD-140 (potenter für Masse), LGD-4033 (potent aber mit Leberwerte-Sorgen) — Details in den jeweiligen Cluster-Artikeln. Zum breiteren SARM-Kontext siehe Steroide vs SARMs und Ist SARMs möglicherweise eine gesündere Alternative zu Steroiden?; für den Cardarine-Stack-Partner siehe Cardarine (GW-501516) Wirkung. Eine grundlegende Einführung in den SARM-Cluster mit Bezugsquellen findet sich in der SARMs-Übersicht. Bei medizinischen Bedingungen oder bestehender Medikation ärztliche Konsultation vor Anwendung essentiell. Die Autoren übernehmen keine Haftung für gesundheitliche oder rechtliche Schäden durch unsachgemäße Anwendung.
Anabolika Doktor ist ein Fitnessprofi mit über 10 Jahren Erfahrung im Bereich Bodybuilding und Steroide. Aufgrund der Natur dieser Artikel verwendet er ein Pseudonym. Er studierte Chemie und verliebte sich in Steroide und wie sie wirken. Er ist auch ein erfahrener Bodybuilder. Er ist seit vielen Jahren ein Verfechter der Testosterontherapie.

