HCG in der Steroidkur: Wirkung, 3 Dosierungsschemata und die Frage On-Cycle vs. PCT

SteroideMeister Ratgeber
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HCG (Humanes Choriongonadotropin) hält deine Hoden während einer Steroidkur mit 250–500 IE zweimal pro Woche aktiv – in der klinischen Referenzstudie reichten 250 IE jeden zweiten Tag, um das Testosteron im Hoden trotz voller Unterdrückung durch 200 mg Testosteron Enantat pro Woche nahezu auf Ausgangsniveau zu halten. Wie sich das in eine 12-Wochen-Kur einbaut und warum HCG vor die eigentliche PCT für den Testosteronzyklus gehört und nicht hinein, klärt dieser Leitfaden.

Jede Anabolika-Kur schaltet deine körpereigene Testosteronproduktion ab. Das ist keine Nebenwirkung, das ist Physiologie: Exogenes Testosteron meldet dem Gehirn „genug da“, und die Hoden bekommen kein Signal mehr. Schrumpfende Hoden, ein Sperma-Nullbefund nach wenigen Monaten und eine zähe Erholung nach der Kur sind die Folge. HCG ist das einzige Mittel, das dieses Signal während der Kur ersetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • HCG ist ein Hormon, das im Körper genauso wirkt wie LH – das Signal, mit dem dein Gehirn die Hoden zur Testosteronproduktion auffordert.
  • Während der Kur erhalten 250–500 IE zweimal pro Woche Hodengröße und Spermienproduktion; in einer Humanstudie blieb bei 250 IE jeden zweiten Tag das Hoden-Testosteron auf 93 % des Normalwerts.
  • HCG ersetzt keine PCT: Es überbrückt die 1–2 Wochen zwischen letzter Injektion und SERM-Start, danach übernehmen Clomifen oder Tamoxifen.
  • Hauptrisiken: Östrogenanstieg (Gynäkomastie, Wasser) und Desensibilisierung der Hoden bei Dosen über 1.000 IE über Wochen.
  • Nächster Schritt: Kurlänge und Ester deiner Kur festlegen – daraus ergibt sich das HCG-Schema in diesem Artikel.

Ob eine HCG-Ampulle wirklich 5.000 IE enthält, siehst du nur im Laborbericht – die Janoshik-Analysen unserer Chargen findest du auf der Seite COA und Laborberichte, bevor du ein Protokoll auf ein Produkt aufbaust.

Was ist HCG und warum schaltet eine Steroidkur deine Hoden ab?

HCG (Humanes Choriongonadotropin) ist ein Glykoprotein-Hormon, das in der Schwangerschaft gebildet wird und beim Mann exakt an denselben Rezeptor bindet wie LH (Luteinisierendes Hormon). Eine Steroidkur unterdrückt die LH-Ausschüttung der Hypophyse innerhalb von 2–4 Wochen fast vollständig; die Leydig-Zellen im Hoden verlieren damit ihr Arbeitssignal. HCG liefert dieses Signal von außen – mit einer Halbwertszeit von rund 24–36 Stunden, weshalb 2 Injektionen pro Woche ausreichen.

Wie funktioniert die HPTA-Achse – und wo greift HCG ein?

Die HPTA-Achse ist die Steuerkette Hypothalamus → Hypophyse → Hoden. Der Hypothalamus sendet GnRH, die Hypophyse antwortet mit LH und FSH (Follikelstimulierendes Hormon), und die Hoden produzieren daraufhin Testosteron (Leydig-Zellen) und Spermien (Sertoli-Zellen). Exogenes Testosteron aus einer Anabolika-Kur bremst diese Kette am obersten Punkt: Die Hypophyse stellt LH und FSH ein. In der Studie von Coviello et al. 2005 sanken LH auf 5 % und FSH auf 3 % des Ausgangswerts – bei nur 200 mg Testosteron Enantat pro Woche, also einer Dosis, die viele Anwender für „TRT-nah“ halten.

HCG greift eine Stufe tiefer ein. Es ignoriert Hypothalamus und Hypophyse und spricht die Leydig-Zellen direkt an. Das erklärt seine Grenzen: HCG ersetzt LH, aber nicht FSH. Die Spermienproduktion läuft während der Kur deshalb reduziert, aber nicht auf null weiter – ein Unterschied, den der Abschnitt zur Wirkung mit Zahlen belegt.

Welche HCG-Präparate gibt es in Deutschland?

In Deutschland ist HCG als Brevactid 1500 I.E. und Brevactid 5000 I.E. (Ferring) zugelassen – Pulver plus Lösungsmittel, verschreibungspflichtig, aus dem Urin schwangerer Frauen gewonnen. Die zugelassenen Anwendungsgebiete sind laut Brevactid-Fachinformation die Fertilitätsbehandlung beim hypogonadotropen Hypogonadismus sowie der Hodenhochstand bei Kindern. Hypogonadotroper Hypogonadismus bedeutet: Die Hoden sind gesund, aber das Signal aus der Hypophyse fehlt. Das ist medizinisch exakt der Zustand, den eine Steroidkur künstlich erzeugt. Das rekombinante Choriogonadotropin alfa (Ovitrelle) ist ein Fertilitätspräparat für Frauen und im Bodybuilding ungebräuchlich.

Wie wirkt HCG in der Steroidkur? 3 klinisch belegte Effekte

HCG hält während einer Steroidkur drei Dinge aufrecht, die exogenes Testosteron abschaltet: das Testosteron im Hodengewebe, das Hodenvolumen und die Spermienproduktion. In der Humanstudie von Coviello et al. 2005 fiel das intratestikuläre Testosteron unter Testosteron Enantat plus Placebo um 94 %; mit 250 IE HCG jeden zweiten Tag lag es nur 7 % unter dem Ausgangswert, mit 500 IE sogar 26 % darüber. Das ist der Unterschied zwischen einem Hoden im Standby und einem Hoden, der weiterarbeitet.

Effekt 1: Intratestikuläres Testosteron bleibt im Normalbereich

Intratestikuläres Testosteron (ITT) ist die Testosteronkonzentration im Hoden selbst – nicht im Blut. Sie ist beim gesunden Mann rund 80-mal höher als im Serum (in der Coviello-Studie 1.174 nmol/l gegenüber 14,1 nmol/l) und ist die Voraussetzung für Spermienreifung. Genau diesen Wert misst die Studie von Coviello et al. 2005 per Feinnadelpunktion: 29 Männer, 200 mg Testosteron Enantat pro Woche, dazu Placebo oder 125, 250 oder 500 IE HCG jeden zweiten Tag über 3 Wochen. Ergebnis: Das ITT stieg linear mit der HCG-Dosis. 125 IE ließen es 25 % unter Baseline, 250 IE 7 % darunter, 500 IE 26 % darüber. Für die Praxis heißt das: Unter 250 IE pro Injektion ist der Effekt unvollständig, über 500 IE bringt keinen Zusatznutzen.

Effekt 2: Hodenvolumen bleibt erhalten

Die Hodenatrophie – das sichtbare Schrumpfen der Hoden – entsteht, weil Leydig- und Sertoli-Zellen ohne LH-Signal Volumen verlieren. Anwender berichten typischerweise 20–40 % Volumenverlust ab der 6.–8. Kurwoche; klinisch belastbare Prozentzahlen für Bodybuilding-Dosen gibt es nicht, weshalb wir diese Spanne als anekdotisch führen. Was belegt ist: Solange das ITT im Normalbereich bleibt, bleibt das Gewebe aktiv. HCG erhält die Hoden also nicht kosmetisch, sondern funktionell – das Volumen ist nur das sichtbare Zeichen.

Effekt 3: Spermatogenese läuft weiter

Testosteron-Ersatztherapie allein führt bei etwa 40 % der Männer zur Azoospermie – null Spermien im Ejakulat. Die retrospektive Auswertung von Hsieh et al. 2013 an 26 Männern unter Testosterontherapie plus niedrig dosiertem HCG fand über mehr als ein Jahr Nachbeobachtung keinen einzigen Fall von Azoospermie; 9 der 26 Männer zeugten in dieser Zeit ein Kind. Die Studie war retrospektiv und klein, und die Männer nahmen therapeutische, nicht supraphysiologische Dosen. Bei 500 mg Testosteron plus Nandrolon ist der Schutz kleiner, aber der Mechanismus derselbe. Eine Steroidkur mit Kinderwunsch in den nächsten 2 Jahren ist ohne HCG ein Risiko, das du nicht eingehen solltest.

HCG on-cycle oder in der PCT: Welche der 3 Anwendungsvarianten passt zu deiner Kur?

HCG hat in der Steroidkur drei getrennte Rollen: als On-Cycle-Begleiter (250–500 IE zweimal pro Woche über die gesamte Kur), als Bridge in den 10–14 Tagen zwischen letzter Steroid-Injektion und SERM-Start, und als Notfall-Reanimation nach Kuren ohne HCG, bei denen die Hoden bereits stark geschrumpft sind. Die vierte Variante – HCG parallel zu Clomifen und Tamoxifen als Teil der PCT (Post Cycle Therapy) – ist bei den meisten erfahrenen Anwendern verschwunden, weil sie das Ziel der PCT untergräbt.

PCT (Post Cycle Therapy) ist die Nachbehandlung, die dein Hormonsystem nach der Kur wieder normalisiert. Ihr Zweck ist, die Hypophyse wieder zur LH-Ausschüttung zu bringen. HCG macht das Gegenteil: Es liefert ein LH-Signal von außen, und der Hypothalamus registriert das steigende Testosteron als „weiterhin genug da“. HCG während der SERM-Phase verlängert also die Unterdrückung, die du gerade beenden willst.

VarianteWannDosis (Community-Praxis)ZielFür wen
On-CycleWoche 1 bis letzte Injektion250–500 IE, 2×/Woche s.c.Hoden aktiv halten, Fertilität schützenKuren > 8 Wochen, Nandrolon/Trenbolon-Stacks, Kinderwunsch
Bridge (Pre-PCT)Ab letzter Injektion, 10–14 Tage500–1.000 IE jeden 2. TagHoden vor SERM-Start „hochfahren“Jeder, der on-cycle kein HCG genutzt hat
ReanimationNach Kur ohne HCG, starke Atrophie1.000–1.500 IE jeden 2. Tag, max. 2 WochenVerlorenes Volumen zurückholenErfahrene nach langen Kuren; ärztlich begleitet
❌ Parallel zu SERMsWährend Clomifen/Tamoxifen––Niemand: unterdrückt die Achse, die die PCT reaktivieren soll

Die Fachinformation von Brevactid nennt als klinische Dosis beim hypogonadotropen Hypogonadismus 1.500 IE zweimal pro Woche über mindestens 3 Monate – das ist eine Fertilitätsbehandlung ohne exogenes Testosteron und deshalb kein Kurschema, aber ein Anker: Was Andrologen Patienten über Monate geben, ist als 14-tägige Bridge nicht exotisch.

Die Kurzregel: On-Cycle ist die beste Variante, weil sie Atrophie verhindert statt sie zu reparieren. Bridge ist die zweitbeste. Reanimation ist der Reparaturmodus.

Wie dosierst du HCG während der Steroidkur? Das On-Cycle-Schema in 4 Schritten

Während der Steroidkur injizierst du 250–500 IE HCG zweimal pro Woche subkutan, beginnend in Woche 1 und durchgehend bis zur letzten Steroid-Injektion. Bei einer 12-Wochen-Kur sind das 24 Injektionen und 6.000–12.000 IE gesamt – also 2 bis 3 Ampullen zu 5.000 IE. Die Dosis orientiert sich an der Coviello-Studie: 250 IE jeden zweiten Tag entsprechen etwa 875 IE pro Woche, was mit 2 × 500 IE praktisch abgedeckt ist.

Schritt 1: Dosis nach Kur wählen

Kur-TypHCG-DosisBegründung
Solo-Testosteron ≤ 500 mg/Woche, ≤ 10 Wochen250 IE 2×/WocheUnterdrückung moderat, kurze Dauer
Testosteron > 500 mg/Woche oder > 10 Wochen500 IE 2×/WocheVollständige Suppression, längere Atrophie-Phase
Stack mit Nandrolon (Deca, NPP) oder Trenbolon500 IE 2×/Woche19-Nor-Steroide unterdrücken stärker und länger
Blast & Cruise / TRT-Basis250–500 IE 2×/Woche dauerhaftFertilitätserhalt wie in Hsieh et al. 2013

Blast & Cruise bedeutet: Statt abzusetzen wechselst du zwischen hoher Kurdosis (Blast) und niedriger Erhaltungsdosis (Cruise). Für diese Anwender ist HCG kein Kur-Add-on, sondern eine Dauermaßnahme – und die einzige, die die Fertilität erhält.

Schritt 2: Ampulle richtig rekonstituieren

Brevactid und die meisten HCG-Produkte kommen als Trockensubstanz, die du mit bakteriostatischem Wasser auflöst. Bei 5.000 IE in 2 ml Wasser enthält jede Insulinspritzen-Einheit (0,01 ml) 25 IE – 250 IE sind also 10 Einheiten, 500 IE sind 20 Einheiten. Die gelöste Ampulle hält im Kühlschrank bei 2–8 °C etwa 30 Tage; das mitgelieferte Lösungsmittel der Apothekenware ist nicht bakteriostatisch und für Mehrfachentnahme ungeeignet. Nie schütteln, nur schwenken – HCG ist ein Protein und zerfällt mechanisch.

Für das On-Cycle-Schema brauchst du 2–3 Ampullen à 5.000 IE, die du im Shop unter Humanes Choriongonadotropin (HCG) mit dem passenden Wasser bestellst; ohne bakteriostatisches Wasser ist eine 5.000-IE-Ampulle nach der ersten Entnahme Abfall.

Schritt 3: Injektion und Timing

Subkutan in die Bauchfalte mit einer Insulinspritze (29–31 G), abwechselnd links und rechts. Zwei feste Tage pro Woche – etwa Montag und Donnerstag – sind einfacher durchzuhalten als „alle 3,5 Tage“. Die Halbwertszeit von 24–36 Stunden bedeutet, dass HCG am dritten Tag noch zu rund einem Viertel aktiv ist; die Lücke bis zur nächsten Injektion ist damit unkritisch.

Schritt 4: Östrogen im Blick behalten

HCG stimuliert nicht nur die Testosteron-, sondern auch die Aromatase-Aktivität im Hoden. Aromatase ist das Enzym, das Testosteron zu Östrogen umwandelt. Bei einer Kur mit 500 mg Testosteron plus HCG steigt das Östradiol (E2) messbar stärker als ohne HCG. Reduziere die HCG-Dosis auf 250 IE oder ergänze einen Aromatasehemmer wie Anastrozol (0,25–0,5 mg jeden zweiten Tag), wenn das E2 über 50 pg/ml liegt oder du Brustwarzen-Empfindlichkeit bemerkst. Kein Aromatasehemmer „auf Verdacht“ – ein zu niedriges E2 kostet Libido, Gelenke und Lipide.

Wie setzt du HCG als Bridge vor der PCT ein? Timing nach Ester

Als Bridge injizierst du 500–1.000 IE HCG jeden zweiten Tag über 10–14 Tage, beginnend am Tag der letzten Steroid-Injektion, und startest die SERMs erst danach. Der Zeitpunkt hängt am Ester: Nach Testosteron Enantat (Halbwertszeit ~4,5 Tage) ist das exogene Testosteron nach 14–18 Tagen so weit abgebaut, dass die Hypophyse wieder ansprechbar ist – genau dann endet die HCG-Bridge und Clomifen oder Tamoxifen übernehmen.

Ester ist der Anhang am Testosteronmolekül, der die Freisetzung verzögert. Je länger der Ester, desto später darf die PCT starten – und desto länger die Bridge, die HCG füllen muss.

Letzte Injektion mitHalbwertszeitHCG-BridgeSERM-Start
Testosteron Propionat~2 TageTag 0–7ab Tag 5–7
Testosteron Enantat / Cypionat~4,5 / ~8 TageTag 0–14ab Tag 14–18
Sustanon 250Mischester bis DecanoatTag 0–18ab Tag 18–21
Nandrolon Decanoat (Deca)~15 TageTag 0–21ab Tag 21
Trenbolon Enantat~7–10 TageTag 0–14ab Tag 14

Die Halbwertszeiten sind die auf dieser Seite und allen Kompendien einheitlich genutzten Werte; die SERM-Startpunkte sind Community-Praxis, abgeleitet aus der Faustregel „PCT-Start nach etwa 3–4 Halbwertszeiten“.

Warum HCG nicht in die SERM-Phase gehört

Clomifen und Tamoxifen sind SERMs (Selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren). Sie blockieren die Östrogenrezeptoren im Hypothalamus, der daraufhin mehr GnRH freisetzt und die Hypophyse zu LH und FSH anregt. Dieses Prinzip funktioniert nur, wenn die Achse nicht gleichzeitig von außen unterdrückt wird. HCG hebt das Testosteron – und damit das Östrogen – künstlich an, und der Hypothalamus bleibt still. Deshalb gehört HCG vor die SERMs, mit einem Abstand von 2–3 Tagen, nicht daneben. Welches SERM für deine Kur passt und wie sich Clomifen von Tamoxifen unterscheidet, erklärt der Artikel SERMs in der PCT mit Dosierung und Dauer.

Die klinische Grundlage für diese Reihenfolge liefert die Übersichtsarbeit von Rahnema, Lipshultz et al. 2014 zum Anabolika-induzierten Hypogonadismus (ASIH): Sie nennt HCG und SERMs als die beiden Werkzeuge der Behandlung, betont aber, dass Art, Dosis und Dauer der Kur das Vorgehen bestimmen – ein Standardprotokoll für alle gibt es nicht.

Leydig-Zell-Desensibilisierung: die Obergrenze für Dosis und Dauer

Leydig-Zellen reagieren auf Dauerbeschallung mit HCG, indem sie LH-Rezeptoren abbauen – die Desensibilisierung. Sie tritt bei Dosen ab 1.500–2.000 IE pro Injektion über mehrere Wochen auf und macht die Hoden für das körpereigene LH, das die PCT gerade wieder aufbaut, vorübergehend taub. Die StatPearls-Übersicht zu HCG beschreibt diesen Effekt als bekannte Grenze der Gonadotropin-Therapie. Praktische Konsequenz: Bridge nie länger als 14 Tage, nie über 1.500 IE pro Injektion, und die Reanimations-Variante nur einmal, nicht als Dauerlösung.

Welche 5 Nebenwirkungen hat HCG – und was tust du mid-cycle dagegen?

HCG verursacht in der Steroidkur fünf relevante Nebenwirkungen: Östrogenanstieg mit Gynäkomastie-Risiko, Wassereinlagerung, Leydig-Zell-Desensibilisierung bei Überdosierung, Akne durch den Testosteronschub sowie Kopfschmerz, Unruhe und Stimmungsschwankungen. Die Fachinformation von Brevactid nennt zusätzlich Reaktionen an der Injektionsstelle. Keine dieser Nebenwirkungen ist bei 250–500 IE zweimal pro Woche dauerhaft; alle fünf sind über E2-Kontrolle und Dosisanpassung steuerbar.

NebenwirkungWarnzeichenUrsacheWas du sofort tust
Östrogenanstieg / GynäkomastieEmpfindliche, juckende Brustwarzen, Knoten unter dem WarzenhofHCG steigert die Aromatase im HodenDosis auf 250 IE senken; E2 messen; Anastrozol 0,25–0,5 mg jeden 2. Tag bei E2 > 50 pg/ml; Tamoxifen 20 mg/Tag bei tastbarem Knoten
Wassereinlagerung+2–3 kg in einer Woche, weiches Gesicht, Blutdruck > 140/90Östrogen + NatriumretentionNatrium reduzieren, Kalium erhöhen, E2 prüfen, ggf. AI wie oben
DesensibilisierungHoden reagieren nach der Kur nicht auf LH; PCT schlägt nicht an> 1.500 IE/Injektion über WochenHCG absetzen, 2–3 Wochen Pause vor SERMs, Blutbild mit LH/Testosteron
AkneNeue Pusteln an Rücken/Schultern in Woche 2–4Zusätzlicher Testosteron- und DHT-SchubDosis auf 250 IE; Hygiene; bei starker Ausprägung Hautarzt
Kopfschmerz, Unruhe, StimmungInnerhalb 24 h nach InjektionHormonschwankungDosis splitten (3× kleinere Injektionen); abends injizieren; nach 2 Wochen meist weg

Gynäkomastie ist die Vergrößerung von Brustdrüsengewebe beim Mann. Ein tastbarer Knoten unter dem Warzenhof ist der Punkt, an dem Warten nichts mehr bringt: Tamoxifen 20 mg täglich über 2–4 Wochen stoppt das Wachstum bei den meisten Anwendern, wenn es früh beginnt; ein seit Monaten bestehender Knoten ist verhärtet und oft nur noch chirurgisch zu entfernen.

Welche 4 Blutwerte zeigen, ob HCG bei dir wirkt?

Ob HCG wirkt, siehst du an vier Werten: Östradiol (E2), Gesamttestosteron, Hodenvolumen (Tastbefund oder Ultraschall) und – nach der Kur – LH und FSH. Während der Kur bleiben LH und FSH unter 1 IU/l, egal wie viel HCG du nimmst; sie messen die Hypophyse, nicht die Hoden. Das Testosteron im Blut steigt unter HCG um zusätzlich 10–20 % gegenüber der Kur ohne HCG, das E2 proportional mit. Ein E2 über 50 pg/ml ist dein Signal, die Dosis zu senken.

Die Blutabnahme sollte in Woche 6 der Kur (Kontrolle E2, Blutbild, Lipide, Leberwerte) und 4 Wochen nach Ende der PCT (LH, FSH, Gesamt- und freies Testosteron, E2, SHBG) stattfinden. Welche Marker du außerdem vor Tag 1 und in welchem Abstand testen lässt, beschreibt der Artikel Blutbild für Steroid-Nutzer: Tests und Timing mit Referenz- und Alarmwerten.

Ein Spermiogramm vor der Kur und 3 Monate nach der PCT ist für jeden mit Kinderwunsch Pflicht, nicht Kür. Ein Spermiogramm kostet in Deutschland beim Urologen oder Andrologen 60–120 € und ist die einzige Messung, die dir sagt, ob HCG die Spermatogenese tatsächlich erhalten hat.

Was tust du, wenn die Erholung nach der Kur trotz HCG ausbleibt?

Wenn das Testosteron 8 Wochen nach der PCT unter 300 ng/dl liegt, das LH unter 2 IU/l bleibt und du Müdigkeit, Libidoverlust und gedrückte Stimmung spürst, ist die Achse nicht angesprungen. Das betrifft nach längeren Kuren einen relevanten Anteil der Anwender: Die Arbeit von Kanayama et al. 2015 beschreibt den verlängerten Hypogonadismus nach Absetzen von AAS als unterschätztes, teils über Monate bis Jahre anhaltendes Problem. Der nächste Schritt ist ein Endokrinologe oder Androloge – nicht ein zweiter PCT-Durchlauf aus dem Forum.

Ein Endokrinologe ist der Facharzt für Hormone; ein Androloge ist der Facharzt für die männliche Fortpflanzung. Beide können HCG und Clomifen als Behandlung des Anabolika-induzierten Hypogonadismus verordnen – die Übersicht von Rahnema et al. 2014 beschreibt genau dieses Vorgehen. Was der Arzt braucht: deine ehrliche Kurhistorie (Substanzen, Dosen, Dauer, letzte Injektion), das Blutbild nach der PCT und, bei Kinderwunsch, ein Spermiogramm. Das deutsche Standardwerk zur Behandlung ist Nieschlag, Behre, Kliesch, Nieschlag: Andrologie, 4. Auflage (Springer 2023, ISBN 978-3-662-61900-1); ein Androloge, der danach arbeitet, wird deine Vorgeschichte ohne Moralpredigt behandeln.

Die Phase zwischen Kurende und Erholung – der „PCT-Crash“ – bringt bei vielen Anwendern eine depressive Stimmung, Antriebslosigkeit und Selbstzweifel mit sich. Das ist ein Hormonzustand, kein Charakterfehler, und er ist behandelbar. Sprich mit deinem Arzt darüber genauso offen wie über den Testosteronwert.

Krisenhilfe: Wenn du Suizidgedanken hast oder dich in einer akuten Krise befindest, sprich mit jemandem. Telefonseelsorge Deutschland: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, rund um die Uhr, anonym). Österreich: Telefonseelsorge 142. Schweiz: Dargebotene Hand 143. Bei akuter Gefahr: Notruf 112.

Was kostet HCG pro Steroidkur? Die Rechnung in IE und Ampullen

Eine 12-Wochen-Kur mit 500 IE zweimal pro Woche verbraucht 12.000 IE, also 3 Ampullen zu 5.000 IE (mit Verschnitt beim Aufziehen); die 250-IE-Variante kommt mit 6.000 IE und 2 Ampullen aus. Eine 14-tägige Bridge mit 1.000 IE jeden zweiten Tag benötigt 7 Injektionen, also 7.000 IE und 2 Ampullen. Dazu kommen bakteriostatisches Wasser (10–30 ml), 30–40 Insulinspritzen und – für den, der es richtig macht – ein E2-Test in Woche 6.

ProtokollGesamt-IEAmpullen à 5.000 IEInjektionen
On-Cycle 250 IE 2×/Woche, 12 Wochen6.000224
On-Cycle 500 IE 2×/Woche, 12 Wochen12.000324
Bridge 1.000 IE jeden 2. Tag, 14 Tage7.00027
On-Cycle 500 IE + Bridge19.000431

Wer HCG zusammen mit Clomifen und Tamoxifen als abgestimmtes Paket will, findet unter PCT-Kur-Plan mit Nolvadex, Clomid und HCG die Bundle-Variante, die Bridge und SERM-Phase in einem Set abdeckt. Ein Tipp zur Haltbarkeit: Die 5.000-IE-Ampulle löst du erst am Tag der ersten Injektion – ungelöst hält HCG im Kühlschrank bis zum aufgedruckten Verfallsdatum, gelöst rund 30 Tage.

Ist HCG für dich geeignet? Die Checkliste in 8 Fragen

HCG ist für dich geeignet, wenn deine Steroidkur länger als 8 Wochen dauert, mehr als 500 mg Testosteron pro Woche oder ein 19-Nor-Steroid enthält, oder wenn du in den nächsten 2 Jahren Kinder willst. Verzichten solltest du bei einer Vorgeschichte mit Gynäkomastie ohne Aromatasehemmer-Plan, bei bekanntem Hoden- oder Prostatatumor, bei unkontrolliertem Bluthochdruck und – ohne Ausnahme – unter 18 Jahren. Geh die acht Fragen ehrlich durch.

  1. Dauert deine Kur länger als 8 Wochen? Ja → HCG on-cycle. Nein und Solo-Testosteron ≤ 400 mg → Bridge reicht.
  2. Enthält die Kur Nandrolon oder Trenbolon? Ja → 500 IE 2×/Woche, keine Diskussion.
  3. Willst du in den nächsten 2 Jahren Kinder? Ja → HCG on-cycle plus Spermiogramm vorher und nachher.
  4. Hattest du schon einmal Gynäkomastie? Ja → nur mit Anastrozol in Reichweite und E2-Kontrolle in Woche 4.
  5. Ist dein Blutdruck über 140/90? Ja → erst Blutdruck regeln; HCG verstärkt Wassereinlagerung.
  6. Gab es bei dir oder in der Familie Hoden- oder Prostatakrebs? Ja → kein HCG ohne urologische Abklärung; HCG-produzierende Hodentumoren sind eine Kontraindikation.
  7. Nutzt du Blast & Cruise? Ja → HCG dauerhaft, 250–500 IE 2×/Woche, ärztlich begleitet.
  8. Bist du unter 18? Ja → keine Kur, kein HCG. Die HPTA-Achse ist noch nicht ausgereift, und der Schaden ist in diesem Alter am wenigsten reversibel.

Wer alle Fragen mit „nein“ beantwortet – kurze Solo-Testosteron-Kur, kein Kinderwunsch, keine Vorgeschichte – kann auf On-Cycle-HCG verzichten und nur die Bridge fahren. Wer eine der ersten drei mit „ja“ beantwortet, plant HCG ab Tag 1 ein.

Wie ist die Rechtslage für HCG in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

HCG ist in Deutschland ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel (§ 48 AMG i. V. m. AMVV) und steht als Choriongonadotropin in der Anlage des Anti-Doping-Gesetzes. Erwerb und Besitz einer „nicht geringen Menge“ zu Dopingzwecken sind nach § 2 Abs. 3 AntiDopG strafbar; die Dopingmittel-Mengen-Verordnung (DmMV) setzt diese Grenze für HCG bei 7.500 IE – also unterhalb von zwei 5.000-IE-Ampullen. Handel und Abgabe sind nach § 2 Abs. 1 AntiDopG unabhängig von der Menge strafbar; die Strafrahmen stehen in § 4 AntiDopG.

Für den Wettkampfsport gilt zusätzlich: HCG steht auf der WADA- und NADA-Verbotsliste (Klasse S2) und ist für Männer zu jeder Zeit verboten; Dopinglabore werten Urinwerte über 5 mIU/ml als positiv. In Österreich regelt das Anti-Doping-Bundesgesetz 2021, in der Schweiz das Sportförderungsgesetz (Art. 19–22) die Strafbarkeit – die Grundlogik „Arztverschreibung legal, Erwerb zu Dopingzwecken strafbar“ ist in allen drei Ländern dieselbe, die Mengengrenzen unterscheiden sich.

Der legale Weg ist der andrologische: Ein Arzt darf HCG beim hypogonadotropen Hypogonadismus verordnen, und ein Anabolika-induzierter Hypogonadismus ist ein hypogonadotroper Hypogonadismus. Ehrlichkeit beim Arzt ist hier keine Moralfrage, sondern die Voraussetzung für ein Rezept.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich HCG allein als PCT nehmen, ohne Clomifen oder Tamoxifen?

Nein. HCG allein hält die Hoden aktiv, weckt aber nicht die Hypophyse – und sobald du es absetzt, fällt das Testosteron wieder, weil kein körpereigenes LH nachkommt. HCG-Monotherapie als PCT war in den 1980er-Jahren üblich und ist seit den 1990ern durch die Kombination Bridge + SERM ersetzt. Die 2–4 Wochen Clomifen oder Tamoxifen nach der HCG-Phase sind der Teil, der die Achse tatsächlich neu startet.

Wie schnell wachsen die Hoden unter HCG wieder?

Bei der Reanimations-Variante mit 1.000–1.500 IE jeden zweiten Tag berichten Anwender typischerweise innerhalb von 7–14 Tagen von sichtbarem Volumenzuwachs; das ist anekdotisch, aber konsistent. Klinisch messbar ist der Effekt über das intratestikuläre Testosteron, das in der Coviello-Studie bereits nach 3 Wochen niedrig dosierten HCGs wieder im Normalbereich lag. Fehlt nach 14 Tagen jede Reaktion, ist das ein Grund für den Endokrinologen.

Muss ich HCG bei einer kurzen 8-Wochen-Testosteron-Kur nehmen?

Bei 8 Wochen Solo-Testosteron bis 400 mg pro Woche ohne Kinderwunsch ist On-Cycle-HCG optional; eine 10-tägige Bridge mit 500 IE jeden zweiten Tag vor der PCT reicht den meisten Anwendern. Ab 10 Wochen, ab 500 mg oder mit einem 19-Nor-Steroid im Stack kippt die Rechnung – dann ist HCG ab Woche 1 die günstigere Versicherung gegen eine Erholung, die Monate dauert.

Steigert HCG selbst den Muskelaufbau?

Nein, nicht nennenswert. HCG hebt das Testosteron im Blut während der Kur um 10–20 % gegenüber der Kur ohne HCG, was neben 500 mg exogenem Testosteron kaum ins Gewicht fällt. Sein Nutzen ist der Erhalt von Hodenfunktion und Fertilität und ein schnellerer Start der PCT – nicht mehr Masse. Wer HCG als „Booster“ hochdosiert, kassiert Östrogen und Desensibilisierung, keine Gains.

Wann sollte ich mit HCG-Problemen zum Arzt?

Sofort bei einem tastbaren Knoten unter dem Warzenhof, bei Hodenschmerzen oder einer einseitigen Hodenschwellung, bei Blutdruck über 160/100 oder starken Kopfschmerzen nach der Injektion. Innerhalb von 2 Wochen, wenn das Testosteron 8 Wochen nach der PCT unter 300 ng/dl liegt oder die Stimmung anhaltend im Keller ist. Ein Androloge oder Endokrinologe ist der richtige Facharzt; für die Akutfälle die Notaufnahme.


Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Anabole Steroide sind in Deutschland verschreibungspflichtige Arzneimittel (§ 48 AMG i. V. m. AMVV). Der Erwerb und Besitz nicht geringer Mengen zu Dopingzwecken sowie der Handel sind nach dem Anti-Doping-Gesetz (§§ 2, 4 AntiDopG) strafbar; die zugrunde liegenden Mengen definiert die Dopingmittel-Mengen-Verordnung (DmMV). Verschreibungspflichtige Medikamente, die in diesem Artikel genannt werden, dürfen ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. Bei akuten Warnzeichen suche sofort einen Arzt oder die Notaufnahme auf. Konsultiere vor der Anwendung leistungssteigernder Substanzen immer einen qualifizierten Arzt oder Facharzt (z. B. Endokrinologen, Kardiologen, Nephrologen oder Sportmediziner). Die Autoren übernehmen keine Haftung für gesundheitliche Schäden durch unsachgemäße Anwendung.